OpenID-Wettrennen

Das Thema OpenID ging ja mit dem Beitreten von Microsoft, IBM, Verisign und Google in den Vorstand des OpenID-Gremiums Ende letzter Woche durch die Netzgemeinde und hat mich mal wieder mit dem Thema beschäftigen lassen. Meine erste (fest eingebaute) Ablehnung, die durch Skepsis abgelöst wurde, ist schließlich technischer Begeisterung gewichen.
Yahoo bietet seit kurzem an, Accounts mit einer OpenID-Kennung zu erweitern, um sich an die eigenen Dienste (Yahoo, Flickr) aber auch an alle anderen Dienste im Web anzumelden. Es ist aber (noch) nicht möglich, sich mit einer fremden OpenID an seinem Yahoo-Account anzumelden. Da sollte man also mal abwarten, wie Microsoft und Google OpenID implementieren werden. Wenn beide Firmen ähnlich agieren handelt es sich in meinen Augen nur um das Wettrennen, wer die meisten OpenID-Accounts sammeln kann und dient nur dem Ziel den Markt zu beherrschen. Aber was soll ich mit einer Microsoft-OpenID, wenn ich mich nicht bei GMail anmelden kann und hierfür wieder eine Google-OpenID benötige? Da kann ich gleich bei meinen Passwörtern bleiben.
Wenn es so mit den Erfolgsmeldungen von OpenID weitergeht, wird OpenID auf jeden Fall eine Alternative zu bestehenden Registrations- und Anmeldeprozeduren. Jetzt kommt es nur noch drauf an, dass es nicht nur vermehrt OpenID-Provider gibt, sondern die Anzahl der Consumer (Webseiten, auf denen man sich per OpenID anmelden kann) steigt.
Ich bin im Netz auf die Seite eines Inders gestossen, der anonyme OpenID-Kennungen zur Verfügung stellt. Anonym in der Hinsicht, dass man selber keine Daten preisgeben muss. Man könnte höchstens noch zwischen IP-Adresse und OpenID einen Zusammenhang knüpfen. In Verbindung mit TOR fällt dies aber auch schwerer. Trotzdem sollte man dieses Angebot der anonymen OpenID-Kennungen nicht für sicherheitskritische Dinge benutzen. Ich verstehe es eher als eine Art Bugmenot für OpenID.
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