socialthing! und so

socialthing! ist ein neuer Aggregator für Social Networks und diverse andere Webdienste. Der Dienst, der nicht gerne mit FriendFeed verglichen werden möchte, ist momentan noch in der closed beta-Phase. Geboten werden einem die Verknüpfung mit sechs Webdiensten (Facebook, flickr, LiveJournal, Pownce, Twitter und Vimeo) um sein digitales Leben aufzubereiten. Eine Abstimmung zur Integration von neuen Diensten findet man nach dem Einloggen, zur Zeit arbeiten die Entwickler an del.icio.us, Digg, Last.fm, MySpace und YouTube.
Die Darstellung des digitalen Informationsrauschens ist recht gut gelöst: jeder Eintrag ist graphisch voneinander abgehoben, links neben den Einträgen befinden sich eventuell vorhandene Profilbilder. Grundsätzlich ist socialthing! momentan nichts weiter als ein Client zur Aggregation der diversen Dienste. Mehr leider (noch) nicht.
Das meiner Meinung nach wichtigste Feature fehlt noch vollständig: Filter. Was nutzt mir ein Aggregator, wenn ich nicht anhand von Filtern die Informationen aufbereiten kann? Auch fehlt mir das soziale, das ja schon im Namen steckt. Ich kann zwar alle meine Feeds und Dienste aufbereiten und auch zum Beispiel auf Tweets antworten, aber das Vernetzen von socialthing!-Profilen ist mir entweder nicht ins Auge gesprungen oder nicht implementiert.
Bevor es jetzt zu einem kompletten Verriss ausartet, möchte ich nur noch einen Punkt ansprechen, der mir übel aufgestossen ist. Ich verstehe, dass noch keine allgemeine Schnittstelle existiert, um zwischen den Diensten Daten auszutauschen (oAuth lässt grüßen). Aber ich habe Bauchschmerzen, wenn ich dazu aufgefordert werde, meine Userdaten einzugeben, nur weil die Updates von Twitter aggregiert werden sollen.
FriendFeed hat das meiner Meinung nach besser gelöst: das Einbinden geschieht über das Abgrasen der Feeds, aber erst wenn ich Antworten zu Twitter senden möchte, werde ich nach meinen Userdaten gefragt. Das Aggregieren (und direkte Antworten auf FriendFeed) ist ohne das Speichern meiner Twitteraccountdaten möglich.
Wer jetzt immer noch Lust verspürt, socialthing! eine Chance zu geben: ich habe zwei Einladungen zu vergeben. Wer zu erst in den Kommentaren hier schreit, bekommt eine.