Bilder, die sich in mein Gehirn einbrannten I

Screenshot spiegel.de: 1100 Afrikaner stürmen Grenzzaun

Ich muss so neun oder zehn Jahre alt gewesen sein, als ich im Urlaub aus meinem Bettchen gekrochen und zu meinen Eltern ins Wohnzimmer gegangen bin. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich Durst oder die gängige Ausrede meiner Kinder, dass man einen Albtraum hatte oder einfach nicht schlafen kann („Umdrehen! Augen zu!“).

Dort lief ein Fernsehfilm, ziemlich schlecht gemacht über irgendeine Situation in Marokko oder so. Es ging um die schlechten Bedingungen in Afrika, spielte damals so zwanzig Jahre in der Zukunft. Ich habe keine Ahnung, um was es wirklich ging, weil ich nur ein paar Minuten mitbekommen habe. Aber eine Szene hat mich wirklich geschockt und sich bis heute in mein Hirn eingebrannt: mehrere Flüchtlinge sind irgendwie an einen Strand geschwommen und dort von stark bewaffneten Millitärs ruppig empfangen worden.

Damals konnte ich zwar verstehen, dass man aus Afrika flüchten möchte und an der Situation hat sich in der ganzen Zeit kein Stück verändert. Obwohl man das damals in der Schule auch schon thematisiert hat. So von wegen Hilfe zur Selbsthilfe und so. Aber ich habe es nicht verstanden, warum man hilfesuchenden Menschen mit vollautomatischen Waffen entgegentreten sollte.

Was aber noch viel schlimmer ist: die fiktive Situation von damals ist wirklich real geworden.

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