Scheiss auf Vorsätze

Boss GT-100

So beschissen 2015 geendet hat, kann 2016 einfach nur besser werden. Von daher habe ich zwar ganz kurz darüber nachgedacht, mir mal ausnahmsweise Vorsätze vorzunehmen, von denen ich weiß, dass ihre durchschnittliche Lebensdauer in etwa drei Tage beträgt, um den Gedanken gleich wieder fallenzulassen.

Trotzdem nehme ich mir vor, mehr hier auf dem Blog zu machen, mich darüber zu freuen, mit meiner Familie in unser eigenes kleines Haus zu ziehen (sofern es zu keinen weiteren Komplikationen und Verzögerungen kommt), mich mehr zu entspannen bzw. erstmal zu lernen, was das überhaupt ist und vor allem eins: mehr Gitarre spielen!
Denn was ich mal wieder lernen durfte, ist, dass wir alle mal klein angefangen haben. In dem Sinne: ein frohes Neues!

Läuft ein Wolf durch New York

The wolf among us

Meine PS Vita habe ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt, da ich sowieso im Moment viel zu wenig Zeit zum Zocken habe. Dafür habe ich mir vorgenommen, jetzt jedes Spiel, dass ich anfange oder angefangen habe und das es schafft, mich zu fesseln, durchspielen werde. Egal, wie lange es dauert. Zur Zeit wären das Divinity Original Sin: Enhanced Edition auf der PS4 und seit Anfang der Woche The Wolf Among Us. Das man die Anfangsbuchstaben eines Titels durchgehend groß schreibt, kenne ich eigentlich nur aus den Anfängen von Napster und habe es damals auf die Unfähigkeit der Menschheit eine andere Sprache zu beherrschen geschoben. Bei The Wolf Among Us schreibt aber selbst der Entwickler/Publisher Telltale Games es so. Naja, egal…

The Wolf Among Us ist ein Adventure mit einer recht einfachen Spielmechanik, die aber durch einen kleinen Kniff zu fesseln weiß. Angeblich haben diverse Entscheidungen im Spiel Einfluß auf den weiteren Verlauf des selbigen. Ansonsten besucht man wie in jedem anderen Adventure auch Orte, redet mit Personen und füllt sein Inventar mit diversen Dingen, die einem vielleicht der Lösung des Spiels näher bringen. Die Grundgeschichte und das Setting basieren auf der Comic-Vorlage Fables. Das Ganze wurde dann auch im Comic-Stil liebevoll animiert (okay, auf der Vita ruckelt es an der ein oder anderen Stelle, was ich aber nicht sonderlich schlimm finde) und mit einer wundervollen Soundkulisse und Musik untermalt.

Ich bin zwar erst im letzten Abschnitt der ersten von fünf Episoden, aber durch den Kniff mit den Entscheidungen habe ich das Gefühl dann doch mehr zu spielen und nicht nur dämlich an jedem Ort jeden möglichen Hotspot zu untersuchen, zu interagieren und darauf hin den nächsten Ort zu besuchen. Ansonsten ist die eigentliche Spielmechanik aber leider nur das Durchklicken von Quicktime-Events. Was aber zur Unterhaltung und zum entspannenden Spiel am Abend gar nicht schlecht ist.

Nutella tötet

Ich find ja reißerische Überschriften, die mit dem Resümee eines Artikels wenig zu tun haben, sollten verboten werden. Das war eigentlich das Einzige, was ich heute morgen beim Lesen des Artikels in der Online-Ausgabe des Münchner Merkur an Wissenswertem mitgenommen habe.

In dem Artikel ging es laut Überschrift darum, dass das ZDF angeblich aufgedeckt haben soll, wie gefährlich Nutella sein soll. Im Anreißer wurde dann noch einmal gesagt, dass die „Schokocreme großen Schaden im menschlichen Körper anrichten“ kann. Im Artikel selber wird dann die Zusammensetzung von Nutella analysiert und man kommt neben dem hohen Anteil von Zucker auf Palmöl zu sprechen, dass als billiges Fett verwendet wird. Das man Palmöl nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht, verwenden sollte, ist aber gar nichts Neues, sondern wird seit Jahren kommuniziert und sogar schon im Jahr 2009 vom Bundesinstitut für Risikobewertung in einer FAQ veröffentlicht.

Ich frage mich ja an der Stelle, warum der Redakteur nicht in der Lage war, auf die Sendung zu verlinken (sprich eine Quelle anzugeben) und den Artikel mit zehn Minuten Recherche auf die schon seit Jahren bekannten wissenschaftlichen Ergebnisse anzureichern?

Das verwendete Palmöl in Nutella spaltet sich also im Verdauungstrakt unter anderem zu Glycidol auf, das karzinogen ist. So weit, so schlecht. Denn Palmöl ist mit  Drittel des weltweiten Verbrauchs an Pflanzenölen das meist verwendeste. Es gibt aber auch Alternativen für fast alle Produkte, die Palmöl verwenden. Ob die jetzt im Fall von Nutella schmecken, kann ich nicht sagen. Ich bin seit meiner Kindheit auf diesen Geschmack geeicht und ich finde jegliche andere Schokocreme einfach nur ekelhaft.

Und natürlich könnte ich jetzt auch meine Krebserkrankung auf Palmöle in der Nahrung schieben. Es weiß aber keiner, was jetzt ein paar Zellen veranlasst hat, verrückt zu spielen und eine Invasion in meinem Körper auszulösen. Sich darüber im Nachhinein verrückt zu machen, lohnt nicht. Ich habe durch die Krankheit und vor allem die Chemotherapie eins gelernt: unser Leben ist zu kurz, um sich über alles Sorgen zu machen und sich über jeden Scheiss aufzuregen. Viel zu kurz.

Zur Zeit liegt der Freund einer Freundin in den USA im Krankenhaus und ringt mit dem Tod. Er wurde von einem Motorradfahrer an einer Ampel umgenietet, als er diese Abends mit einer Kollegin überquert hat. Sie ist noch an der Unfallstelle gestorben und sein Körper ist so kaputt, dass bis jetzt kein Arzt eine Prognose geben kann, ob er es schafft. Der Unfall war vor drei Wochen. Der Fahrer ist auch schwer verletzt, wird es aber schaffen. Auf ihn wartet aber schon der Sheriff und wahrscheinlich eine jahrelange Gefängnisstrafe. Nur weil er sich entweder aus Zeitmangel oder einfach aus Leichtsinn an den wartenden Autos vorbeigeschlängelt, im letzten Moment zu viel Gas gegeben und nicht aufgepasst hat. Drei Leben zerstört.

Worauf ich hinaus möchte: klar macht es Sinn, aufzupassen und Risiken zu minimieren. Aber man kann nicht alles wissen. Und ahnen. Und sollte sein Leben lieber genießen, als sich dauernd Sorgen zu machen. Das kann nämlich auch Krankheiten und sogar Krebs auslösen. Nachgewiesenermaßen.

Partiell eingeschränkt

Rote Ampel

Mein erster epileptischer Anfall ist jetzt knapp drei Wochen her und seitdem bestimmt mal wieder eine neue Krankheit mein Leben. Gut, nicht sonderlich tragisch. Kenne ich eigentlich schon mein gesamtes Leben. Haben mich in meiner Kindheit und Jugend Allergien und Asthma in meinen Möglichkeiten beschränkt und vor einigen Jahren ein ziemlich bösartiger Hodenkrebs mit Metastase und schlechter Heilungsprognose, ist nun mit dem Verdacht auf Epilepsie die nächste Krankheit angerollt, die mir mein Leben schwer machen möchte.

Okay, es war mein erster und die Hoffnung ist noch da, dass ich zu dem Teil der Menschheit gehöre, der nur diesen einen Anfall hat und dann nie wieder einen. Aber sagen kann einem das natürlich keiner. Und das ist für mich jetzt das beschissene (sorry) daran. Da ich auch einen recht langen Anfall mit Bewusstlosigkeit hatte, mir dabei schön auf die Zunge gebissen habe und von dem ganzen Anfall überhaupt nichts mehr weiss, schränkt mich das ganz gut ein. Mir fehlen sogar ein paar Minuten vor dem Anfall und Anzeichen, dass es mir nicht so gut ging an dem Tag, gab es auch keine.

Von daher kann ich mich selber auf die Möglichkeit eines erneuten Anfalls gar nicht vorbereiten. Mein Umfeld ist soweit vorgewarnt, wie sie sich zu verhalten haben, falls ich mal wieder umfallen sollte. Aber mir selber fällt es noch schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass jederzeit ein Anfall durch irgendwas ausgelöst werden kann.

Schlimm ist auch, dass ich zur Zeit erstmal kein Autofahren darf. Verstehe ich ja auch und ich mach mir selber jetzt schon Gedanken, wie es ist, wieder mit dem Auto unterwegs zu sein. Mit dem Gedanken im Nacken, dass gleich ein Anfall kommen könnte und ich es nicht merke. Mit Kindern hinten drin. Mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn.

Eigentlich ist es unverantwortlich je wieder ein Auto zu steuern. Danke Körper.

2015.272

Tea time

Kickstarter des Tages:
BattleTech. Boah, was freue ich mich jetzt schon einen Ast auf das Spiel. Damals so mit 14/15 Jahren habe ich stundenlang den Kopierer meines Vaters in Beschlag genommen, um MechWarrior-Blätter zu kopieren, um dann mit meinen Kumpels die großen Hex-Feld-Karten auf dem Boden zu Planeten zusammenzusetzen. Meine Zinn-Mechs habe ich niemals angemalt, dafür waren meine künstlerischen Fähigkeiten einfach nicht gut genug. Hach, damals…

Tweet des Tages:


Wo wir gerade bei Nostalgie sind…

Video des Tages:

Vor dem Untergang

Noch ist er da

Ich habe mir heute Nacht vorgenommen, um 4 Uhr aufzustehen. Zu hoffen, dass das Wetter so klar bleibt, wie es jetzt ist und der Mond noch nicht so weit unten steht, dass ich einen Blick auf ihn werfen kann. Nur weil es auf ihm heute Nacht ein bisschen schattiger als sonst ist…

2015.265

Artikel des Tages:
Den Text „Von der Schöhnheit, gemeinsam mit seiner Lieblingsband älter zu werden“ kann ich so hundertprozentig unterschreiben. Nirvana hat leider zu kurz gelebt, Metallica und Red Hot Chili Peppers sich nie sonderlich weiterentwickelt. Faith no more schaffen es aber immer wieder auf einem Album zehn musikalisch verschiedene Songs unterzubringen, mit denen man sich monatelang beschäftigen kann und die nach Jahren immer noch zünden.

Tweet des Tages:

Und sie fallen immer noch

Lemmings auf der PlayStation Vita

Vor knapp einem Vierteljahrhundert musste ich fast jeden Sonntag in die Kirche gehen, um brav aufzuschreiben, welche Lieder gesungen wurden und eine Kurzzusammenfassung der Predigt schreiben. Alles, nur um am Tag der Konfirmation genug Geld für eine anständige Stereoanlage zusammen zu bekommen.

In meiner Konfirmandengruppe hatte mein alter Schulfreund Manuel damals als einziger einen Amiga 500. Ich konnte meinen Eltern nur einen C64 abschwatzen, auf denen natürlich allerlei Klassiker gezockt wurden und sogar das ein oder andere Listing abgetippt wurde. Zusätzlich hatte ich noch Zugriff auf die PCs im Büro meines Vaters. Aber auf dem Amiga gab es ein Spiel, das mich komplett in den Bann zog: Lemmings.

Alter Schwede: nicht nur die Steuerung mit der Maus, die Musik, die Grafik, vor allem die Spielmechanik war Schuld daran, dass wir stundenlang vor dem Monitor saßen, um irgendwie dieses verflixte Level zu lösen. Oder einfach nur mal aus Frust hundert Lemmings per Atombombenexplosion gleichzeitig in die Luft zu sprengen. Neben Monkey Island und Wing Commander (auf dem EGA-PC) gab es, glaube ich, zu der Zeit kein anderes Spiel, das mich dermaßen fesselte.

Vor kurzem habe ich mir die Version für die PlayStation Vita installiert, das auch die Original-Level beinhaltet. Es bedarf zwar ein paar Level Zeit, um sich an die anders geartete Steuerung zu gewöhnen (gesteuert wird mit dem digitalen Fadenkreuz und den Analogsticks) und ich weiß jetzt schon, dass die schwierigeren Level damit wahrscheinlich nicht zu lösen sind. Aber selbst die ersten 45 Level haben jetzt schon genauso viel Spaß gemacht wie damals. Mit dreizehn.

Warum kein Beinbruch?

Braunüle

Wenn es einen Preis gibt, der das Anziehen von Pech und beschissenen Krankheiten auszeichnet, dann sollte ich den schleunigst verliehen bekommen. Da verläuft das Leben endlich wieder in halbwegs geraden Bahnen und ich habe mich mit den Folgen der Krebserkrankung und -therapie angefreundet. Habe mich auf der einen Seite auf das Ende der Staging-Zeit nach der Chemotherapie (man wird noch fünf Jahre lang überwacht) gefreut. Auf der anderen Seite ist damit aber auch verbunden, dass man entweder selber in die Tasche greift und wenigstens einmal im Jahr sein Blut auf die Tumormarker checken lässt oder damit Leben kann, diese Art der Kontrolle auch abzugeben.

Und dann, wie aus dem Nichts geschossen: ein fetter epileptischer Anfall. Zum Glück war ich gerade an der Arbeit und meine Mitarbeiter und Chefs haben vorbildlich reagiert, obwohl sie sowas auch noch nie erleben mussten. Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern, wie ich scheinbar noch versucht habe, um Hilfe zu schreien und mich dann selber auf den Boden habe gleiten lassen, auf dem ich dann krampfend lag. Ich kann mich erst wieder erinnern, als der Notarzt da war und selbst dann habe ich noch Erinnerungslücken.

Im Krankenhaus gab es dann (wahrscheinlich auch aufgrund meiner Vorgeschichte) das ganze Programm von EEG, CT und am nächsten Tag noch MRT, die alle zum Glück keine Schädigungen im Gehirn feststellen ließen. Keine beschissenen Tumore, die eventuell auf Teile meines Gehirns gedrückt und den Anfall ausgelöst haben. Das ist unglaublich viel Wert, da meine Prognose nach der Chemotherapie damals nicht die Beste war, wenn man nach den Statistiken geht.

Aber jetzt muss ich mich mit dem nächsten beschissenen Krankheitsbild rumschlagen. Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt ein einmaliger Anfall gewesen ist, den scheinbar ziemlich viele Menschen in ihrem Leben haben oder ob da irgendwann noch einmal wieder so ein Tag kommt, an dem ich einfach ohne Vorzeichen umfalle.
Für eine bestimmte Zeit ist mir abgeraten worden sehr viele Dinge alleine zu machen beziehungsweise ganz auf sie zu verzichten: Auto fahren darf ich sowieso erstmal nicht, Sport sollte ich auch erstmal zurückstellen (okay, damit habe ich weniger ein Problem, der Herbst steht sowieso vor der Tür) und eigentlich alle Dinge, bei denen ich einen längere Zeit „unbeaufsichtigt“ bin.

Ich könnte kotzen.

2015.258

In der Rubrik „Täglich“ werde ich ab sofort an (fast) jedem Tag bestimmte Daten meines Tages festhalten. In erster Linie für mich und von daher auch unkommentiert, von daher nicht wundern, wenn manches als komisch empfunden werden kann. Ich versuche aber wenigstens einen erklärenden Satz zu schreiben. Auch für mich später, wenn ich ich selber versuchen muss, mich daran zu erinnern, in welchem Zusammenhang das verlinkte eventuell zu mir und meiner Welt steht.

Nummer des Tages: 3,72 (AFP)

Lied des Tages:

Tweet des Tages: