Partiell eingeschränkt

Rote Ampel

Mein erster epileptischer Anfall ist jetzt knapp drei Wochen her und seitdem bestimmt mal wieder eine neue Krankheit mein Leben. Gut, nicht sonderlich tragisch. Kenne ich eigentlich schon mein gesamtes Leben. Haben mich in meiner Kindheit und Jugend Allergien und Asthma in meinen Möglichkeiten beschränkt und vor einigen Jahren ein ziemlich bösartiger Hodenkrebs mit Metastase und schlechter Heilungsprognose, ist nun mit dem Verdacht auf Epilepsie die nächste Krankheit angerollt, die mir mein Leben schwer machen möchte.

Okay, es war mein erster und die Hoffnung ist noch da, dass ich zu dem Teil der Menschheit gehöre, der nur diesen einen Anfall hat und dann nie wieder einen. Aber sagen kann einem das natürlich keiner. Und das ist für mich jetzt das beschissene (sorry) daran. Da ich auch einen recht langen Anfall mit Bewusstlosigkeit hatte, mir dabei schön auf die Zunge gebissen habe und von dem ganzen Anfall überhaupt nichts mehr weiss, schränkt mich das ganz gut ein. Mir fehlen sogar ein paar Minuten vor dem Anfall und Anzeichen, dass es mir nicht so gut ging an dem Tag, gab es auch keine.

Von daher kann ich mich selber auf die Möglichkeit eines erneuten Anfalls gar nicht vorbereiten. Mein Umfeld ist soweit vorgewarnt, wie sie sich zu verhalten haben, falls ich mal wieder umfallen sollte. Aber mir selber fällt es noch schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass jederzeit ein Anfall durch irgendwas ausgelöst werden kann.

Schlimm ist auch, dass ich zur Zeit erstmal kein Autofahren darf. Verstehe ich ja auch und ich mach mir selber jetzt schon Gedanken, wie es ist, wieder mit dem Auto unterwegs zu sein. Mit dem Gedanken im Nacken, dass gleich ein Anfall kommen könnte und ich es nicht merke. Mit Kindern hinten drin. Mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn.

Eigentlich ist es unverantwortlich je wieder ein Auto zu steuern. Danke Körper.

2015.272

Tea time

Kickstarter des Tages:
BattleTech. Boah, was freue ich mich jetzt schon einen Ast auf das Spiel. Damals so mit 14/15 Jahren habe ich stundenlang den Kopierer meines Vaters in Beschlag genommen, um MechWarrior-Blätter zu kopieren, um dann mit meinen Kumpels die großen Hex-Feld-Karten auf dem Boden zu Planeten zusammenzusetzen. Meine Zinn-Mechs habe ich niemals angemalt, dafür waren meine künstlerischen Fähigkeiten einfach nicht gut genug. Hach, damals…

Tweet des Tages:


Wo wir gerade bei Nostalgie sind…

Video des Tages:

Vor dem Untergang

Noch ist er da

Ich habe mir heute Nacht vorgenommen, um 4 Uhr aufzustehen. Zu hoffen, dass das Wetter so klar bleibt, wie es jetzt ist und der Mond noch nicht so weit unten steht, dass ich einen Blick auf ihn werfen kann. Nur weil es auf ihm heute Nacht ein bisschen schattiger als sonst ist…

2015.265

Artikel des Tages:
Den Text „Von der Schöhnheit, gemeinsam mit seiner Lieblingsband älter zu werden“ kann ich so hundertprozentig unterschreiben. Nirvana hat leider zu kurz gelebt, Metallica und Red Hot Chili Peppers sich nie sonderlich weiterentwickelt. Faith no more schaffen es aber immer wieder auf einem Album zehn musikalisch verschiedene Songs unterzubringen, mit denen man sich monatelang beschäftigen kann und die nach Jahren immer noch zünden.

Tweet des Tages:

Und sie fallen immer noch

Lemmings auf der PlayStation Vita

Vor knapp einem Vierteljahrhundert musste ich fast jeden Sonntag in die Kirche gehen, um brav aufzuschreiben, welche Lieder gesungen wurden und eine Kurzzusammenfassung der Predigt schreiben. Alles, nur um am Tag der Konfirmation genug Geld für eine anständige Stereoanlage zusammen zu bekommen.

In meiner Konfirmandengruppe hatte mein alter Schulfreund Manuel damals als einziger einen Amiga 500. Ich konnte meinen Eltern nur einen C64 abschwatzen, auf denen natürlich allerlei Klassiker gezockt wurden und sogar das ein oder andere Listing abgetippt wurde. Zusätzlich hatte ich noch Zugriff auf die PCs im Büro meines Vaters. Aber auf dem Amiga gab es ein Spiel, das mich komplett in den Bann zog: Lemmings.

Alter Schwede: nicht nur die Steuerung mit der Maus, die Musik, die Grafik, vor allem die Spielmechanik war Schuld daran, dass wir stundenlang vor dem Monitor saßen, um irgendwie dieses verflixte Level zu lösen. Oder einfach nur mal aus Frust hundert Lemmings per Atombombenexplosion gleichzeitig in die Luft zu sprengen. Neben Monkey Island und Wing Commander (auf dem EGA-PC) gab es, glaube ich, zu der Zeit kein anderes Spiel, das mich dermaßen fesselte.

Vor kurzem habe ich mir die Version für die PlayStation Vita installiert, das auch die Original-Level beinhaltet. Es bedarf zwar ein paar Level Zeit, um sich an die anders geartete Steuerung zu gewöhnen (gesteuert wird mit dem digitalen Fadenkreuz und den Analogsticks) und ich weiß jetzt schon, dass die schwierigeren Level damit wahrscheinlich nicht zu lösen sind. Aber selbst die ersten 45 Level haben jetzt schon genauso viel Spaß gemacht wie damals. Mit dreizehn.

Warum kein Beinbruch?

Braunüle

Wenn es einen Preis gibt, der das Anziehen von Pech und beschissenen Krankheiten auszeichnet, dann sollte ich den schleunigst verliehen bekommen. Da verläuft das Leben endlich wieder in halbwegs geraden Bahnen und ich habe mich mit den Folgen der Krebserkrankung und -therapie angefreundet. Habe mich auf der einen Seite auf das Ende der Staging-Zeit nach der Chemotherapie (man wird noch fünf Jahre lang überwacht) gefreut. Auf der anderen Seite ist damit aber auch verbunden, dass man entweder selber in die Tasche greift und wenigstens einmal im Jahr sein Blut auf die Tumormarker checken lässt oder damit Leben kann, diese Art der Kontrolle auch abzugeben.

Und dann, wie aus dem Nichts geschossen: ein fetter epileptischer Anfall. Zum Glück war ich gerade an der Arbeit und meine Mitarbeiter und Chefs haben vorbildlich reagiert, obwohl sie sowas auch noch nie erleben mussten. Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern, wie ich scheinbar noch versucht habe, um Hilfe zu schreien und mich dann selber auf den Boden habe gleiten lassen, auf dem ich dann krampfend lag. Ich kann mich erst wieder erinnern, als der Notarzt da war und selbst dann habe ich noch Erinnerungslücken.

Im Krankenhaus gab es dann (wahrscheinlich auch aufgrund meiner Vorgeschichte) das ganze Programm von EEG, CT und am nächsten Tag noch MRT, die alle zum Glück keine Schädigungen im Gehirn feststellen ließen. Keine beschissenen Tumore, die eventuell auf Teile meines Gehirns gedrückt und den Anfall ausgelöst haben. Das ist unglaublich viel Wert, da meine Prognose nach der Chemotherapie damals nicht die Beste war, wenn man nach den Statistiken geht.

Aber jetzt muss ich mich mit dem nächsten beschissenen Krankheitsbild rumschlagen. Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt ein einmaliger Anfall gewesen ist, den scheinbar ziemlich viele Menschen in ihrem Leben haben oder ob da irgendwann noch einmal wieder so ein Tag kommt, an dem ich einfach ohne Vorzeichen umfalle.
Für eine bestimmte Zeit ist mir abgeraten worden sehr viele Dinge alleine zu machen beziehungsweise ganz auf sie zu verzichten: Auto fahren darf ich sowieso erstmal nicht, Sport sollte ich auch erstmal zurückstellen (okay, damit habe ich weniger ein Problem, der Herbst steht sowieso vor der Tür) und eigentlich alle Dinge, bei denen ich einen längere Zeit „unbeaufsichtigt“ bin.

Ich könnte kotzen.

2015.258

In der Rubrik „Täglich“ werde ich ab sofort an (fast) jedem Tag bestimmte Daten meines Tages festhalten. In erster Linie für mich und von daher auch unkommentiert, von daher nicht wundern, wenn manches als komisch empfunden werden kann. Ich versuche aber wenigstens einen erklärenden Satz zu schreiben. Auch für mich später, wenn ich ich selber versuchen muss, mich daran zu erinnern, in welchem Zusammenhang das verlinkte eventuell zu mir und meiner Welt steht.

Nummer des Tages: 3,72 (AFP)

Lied des Tages:

Tweet des Tages:

Meinungstoleranz

Fünfmal habe ich diesen Text jetzt schon angefangen. Ich komme immer wieder an den Punkt, an dem ich ausfallend werde und dann lieber wieder von vorne anfange. Weil ich es einfach nicht mehr verstehe. Es mag nicht in meinen Kopf, warum unsere Gesellschaft in den letzten Jahren so eine enorme Radikalisierung erfahren hat. In jeglicher Thematik. Rechte Spinner, Verschwörungstheoriefanatiker, Lifestyle-Faschisten und so weiter und so fort. Jeder vertritt vehement seine Meinung und lässt sich gar nicht auf sein Gegenüber ein. Was ja eigentlich in einer Demokratie gut ist. Dass man seine Meinung äußern kann, Gleichgesinnte findet und mit ihnen unsere Gesellschaft eventuell beeinflussen und weiterentwickeln kann.

Leider hat aber das Internet irgendwie dazu beigetragen, dass viele glauben, anderen ihre Meinung aufzwingen zu können. Sogar zu müssen. Weil man ja selber auf dem richtigen Weg ist und den Rest der Gesellschaft dazu bekehren muss, genau diesen Weg einzuschlagen. Sonst geht die Welt unter. Vielleicht. Aufgrund der Medienpräsenz um die aktuelle Flüchtlingswelle sieht man sogar, dass es einige gar nicht mehr stört, ihre Meinung in Kameras zu brüllen. Auch wenn diese Meinung gegen unser Grundgesetz verstößt.

Vielleicht kommt es mir auch nur so vor. So wie ich es verstärkt beobachte, dass keiner mehr sich was sagen lässt und sich noch nicht einmal mit den Argumenten der Gegenseite befasst. Vielleicht hat das was mit den Talk-Shows der Privatsender Anfang der Neunziger zu tun, in denen sich herauskristallisiert hat, dass man auf Gegenargumente am Besten mit „Guck dich doch mal selber an. Bist selber hässlich!“ antworten sollte.
Geht das nur mir so?

High fidelity

Kopfhörer, Boy sets fire

Ich bin ja künstlerisch nicht sonderlich bewandert. Mit Gemälden kann ich nicht viel anfangen und frage mich jedes Mal, warum man soviel Geld für ein bemaltes Stück Leinwand ausgeben sollte. Filme schaue ich mir gerne an, bin aber von einem Cineasten soweit entfernt, wie ein Murmeltier vom Moshpit eines „Heavy Metal“-Konzerts. Seit meiner Kindheit begleiten mich aber zwei Dinge: Computerspiele und Musik.

Was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, wenn jemand keine Vorlieben in Sachen Musik hat. Wenn jemand auf die Frage „Was hörst du denn so?“ lapidar antwortet „So dies und das. Meistens Radio.“. Damit komme ich gar nicht klar und kann mir das auch nicht vorstellen. Wie man so ohne sein Leben begleitende Musik meistern kann. Seitdem ich neun oder zehn Jahre alt bin höre ich Musik. Aktiv. Nicht, dass ich jetzt ein wandelndes Lexikon bin und mit Fachwissen glänzen kann. Von vielen Bands, die ich höre, kann ich noch nicht mal die vollen Namen der Bandmitglieder aufsagen, noch weiß ich, wie, wann und unter welchen Umständen welches Album das Licht der Welt erblickt hat. Aber mit jeder Band verbinde ich einen Teil meines Lebens.

Warum ich das hier überhaupt schreibe? Weil ich seit Jahren vorhabe, so eine Art Historie meines Lebens in Form der Musik, die ich damals gehört habe, aufzuschreiben. So wie John Cusack im Film High Fidelity. Auch so ein Film, den man gesehen haben muss. Nicht in der Form, dass man seine Top Ten findet. Das könnte ich nämlich gar nicht. Das habe ich schon versucht und immer, wenn ich dachte, dass es genau das Stück ist, habe ich nachgedacht und bääm kam mir ein anderes Lied in das Gedächtnis geschossen, das mit mehr Emotionen verbunden ist.
Ich dachte da wirklich an eine Historie in der Art 1987, so in der dritten Klasse müsste das gewesen sein, habe ich das gehört, 1988 dann das und wo weiter. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass das Wiederentdecken von Musik ziemlich langwierig werden kann. Da hört man ein Lied, schiebt das in die entsprechende Liste und hört sich dann die ganze Platte von vorne bis hinten durch. Dann noch die anderen Alben der Band und schwups ist der Abend um. Und man ist genau zwei Lieder weiter in seinem Vorhaben gekommen. Bei fast dreißig Jahren Musikhören wird das also noch lange dauern.

Fange ich also mal an.

Langeweile im Bunker

Fallout Shelter

Das Bunker-Aufbau-Spiel Fallout Shelter gibt es nun seit ein paar Wochen und leider hat sich meine Vermutung bewahrheitet, dass es ziemlich schnell langweilig wird. Pluspunkt für das Spiel ist, dass es kostenlos ist und ich bis jetzt auch nicht in die Versuchung gekommen bin, mir im Ingame-Store Zusatzpakete zu kaufen. Man bekommt auch durch Belohnungen in den Genuss der Pakete und der Inhalt derselben ist bis auf neue Bewohner relativ enttäuschend. Ich würde mich in den Hintern beissen, wenn ich für ein wenig Energie oder 200 Kronkorken (die Ingame-Währung) echtes Geld ausgeben würde.

Ich bin, gemessen an den freischaltbaren Raumeinheiten, recht weit, mir fehlen nur noch die Wasseraufbereitung und der Nuka-Cola-Abfüller und es macht sich so langsam große Langeweile breit. Dem Spiel fehlen meiner Meinung nach weiterführende Spielmechaniken. Mehr als Personen in den diversen Fähigkeiten ausbilden, was durch Zuweisen entsprechender Räume funktioniert und dem Gewinnen von Ressourcen, was durch Zuweisen von Leuten auf die entsprechenden Räume passiert und dem Gebären von Nachwuchs, was durch Zuweisen von Männern und Frauen auf den entsprechenden Raum… Argh, genau: es gibt nur eine Mechanik im Spiel: das Rumschubsen von Personen. Selbst, wenn ein Raider-Angriff oder ein anderes „Unglück“ stattfindet, ist es nur ein Zuweisen von Leuten mit entsprechende Rüstung und Waffen.

Klar, das Spiel kostet keinen Cent und von daher darf man ja auch nichts erwarten, aber wäre das Setting nicht, würde das Spiel wahrscheinlich niemand spielen. Das postapokalyptische Grundgerüst im Fallout-Universum ist auch für mich der einzige Grund, die App überhaupt noch zu starten.

Dabei gibt das Leben im Vault in den bestehenden Spielen (vor allem die erste Stunde in Fallout 3) mehr her. Hier könnten ganz viele Mini-Spiele integriert werden. Ich möchte ja nicht gleich eine Warenwirtschafts- bzw. im Fall der Vault eher eine Warenkreislaufsimulation für lau haben, aber ein klein wenig mehr Spieltiefe („Jehova, er hat Spieltiefe geschrieben!“) täte dem ganzen sicherlich nicht schlecht.