
Nun ist er da. Schon lange munkelte man, dass Google auch an einem Browser arbeitet, was die kalifornische Firma bis jetzt vehement dementierte. Bis gestern ein inoffizielles Google Blog Links zu den ersten Screenshots veröffentlichte.
Googles Browser mit dem Namen Chrome wird als Open Source veröffentlicht, enthält die Google eigene Browsererweiterung Gears und eine überarbeitete Javascript-Engine mit dem erwartungsvollen Namen V8. Der Look des Browsers ist mehr als einfach gehalten, Webapplikationen können ohne Adressleiste und Icons angezeigt werden.
Als besonderes Feature soll die Tatsache erwähnt werden, dass jeder Tab in einem eigenen Prozess läuft. Sollte also eine Website rumzicken, wird nicht mehr der gesamte Browser in Mitleidenschaft gezogen und man kann die problematische Website ohne weiteres schließen.
Chrome basiert wie unter anderem Safari auf der Browserengine Webkit und das dürfte sich, falls Chrome viele Nutzer findet, in einer Verbesserung der Interpretation von Webstandards auswirken. Hauptsache der Saat allen Übels (dem Internet Explorer 6) werden weiterhin Marktanteile abgenommen.
Natürlich ist Google nicht umsonst als Datensammelfirma bekannt und wird auch mit diesem Browser eher eine Erweiterung ihres Portfolios im Datenausspähen sehen. In den Datenschutzbestimmungen von Chrome (die komischerweise schon heute mit dem morgigen Datum versehen sind) sind jetzt aber nicht mehr Punkte zum Datenaustausch definiert als beim Browser Firefox. Denn auch dieser benutzt eine so genannte application number beim Verifizieren auf vorhandene Updates. Diejenigen, die sich also schon im Vorfeld über die Existenz einer solchen Nummer in Chrome aufgeregt haben, sollten in den Einstellungen ihres Browsers die automatische Update-Funktion stilllegen.
Google wird wahrscheinlich eher in Verbindung mit ihren Webapplikationen und Chrome Daten sammeln wollen. Aber das wird die Zukunft zeigen. Ab jetzt gibt es jedenfalls Chrome für Windows in einer Beta zum Testen. Andere OS sollen bald folgen.
Auf den ersten Blick macht der Browser schon mal eine gute Figur. Den Look könnte ich mir sogar gut für unbedarfte Computernutzer von Vorteil vorstellen. Wenig was ablenkt, aber trotzdem alles da. Schaun mer mal.