
Ein aktuelles Problem der ganzen Social Networks ist, dass es im Grunde genommen alles Insellösungen sind. Inseln in der Form, dass ich zwar bei Facebook eine Menge Freunde haben, diese aber nicht mit Kontakten auf StudiVZ verbinden kann.
Anderes Beispiel: Freunde auf flickr bekommen zwar mit, wenn ich dort neue Bilder hochgeladen habe, meine Freunde auf 23hq haben aber davon keinen blassen Schimmer.
Es gibt einfach keine Möglichkeit, diverse Netzwerke, Blogs und andere Tools wie Twitter miteinander zu verschmelzen.
Keine ist jetzt übertrieben, denn aktuell gibt es neben Projekten wie DataPortability, die ein Protokoll erfinden wollen, um Daten zwischen Netzwerken austauschbar zu machen, und Diensten wie FriendFeed, die eine Art Aggregator für Feeds aus Social Networks darstellen, eine Webanwendung namens Noserub.
Noserub stellt eine Plattform dar, die neben einem Aggregator von Feeds aller Art, einem die Möglichkeit bietet, seine Kontakte zu verwalten.
In meinem Profil kann ich auf der einen Seite meine eigenen verwendeten Dienste angeben, die dann aggregiert werden. Feeds (Blogs, Flickr, Last.fm und viele andere mehr) meiner Kontakte werden dann in meinem "Netzwerk" dargestellt. Als besonderes Feature kann ich auch direkt andere Noserub-Profile als Kontakt angeben. Dies hat den Vorteil, dass ich mir keine Gedanken machen muss, welche Dienste mein Kontakt nutzt. Änderungen in seinem Profil werden direkt übernommen. Wenn mein Kontakt also nicht mehr auf flickr, sondern auf 23hq, seine Bilder veröffentlicht, wird dies automatisch in meinem Netzwerk angezeigt.
Der größte Vorteil ist aber, dass ich über Updates meiner Kontakte in Netzwerken informiert werde, in denen ich gar keinen Account habe.
Noserub ist vor kurzem in der Version 0.6 erschienen, macht aber jetzt schon einen sehr stabilen Eindruck und unterstützt die Anmeldung per OpenID. Man kann auch Noserub selbst als OpenID-Provider benutzen, die Features von Diensten wie myOpenID bieten einem aber noch bedeutend mehr Features und Sicherheiten.
Wer Interesse gefunden hat, kann sich entweder Noserub auf seinem eigenen Server installieren oder identoo.com nutzen, das von Dirk Olbertz (der tragenden Säule von Noserub) betrieben wird. Mein Noserub-Profil befindet sich hier.

Da ich mich zur Zeit vermehrt um Identitätsmanagement im Web und im speziellen mit OpenID und Information cards/Cardspace beschäftige, möchte ich die Gelegenheit nutzen, eine Artikelserie ins Leben zu rufen, die sich erst einmal mit OpenID beschäftigt.
1. Was ist OpenID?
OpenID ist ein dezentrales Single-Sign-On-System (SSO). Man meldet sich nicht direkt bei dem Dienst an, den man nutzen möchte, sondern wird von seinem OpenID-Provider authentifiziert.
Bei seinem Provider hat man Daten wie Name, Nickname, E-Mail-Adresse und so weiter hinterlassen, so dass man nicht mehr gezwungen ist, diese dem Dienst bei einer Registrierung erneut mitzuteilen. Eine Steuerung, welche Daten bei der Registrierung übermittelt werden, ist zusätzlich möglich. Man möchte ja nicht jedem Betreiber sein Geschlecht oder Geburtsdatum offenbaren. Bei manchen OpenID-Providern ist es zusätzlich möglich in einem OpenID-Account mehrere Identitäten zusammen zu fassen. Dadurch kann man zum Beispiel die selbe OpenID verwenden, um den anfragenden Dienst entweder private, geschäftliche oder halbwegs anonyme Daten zu übermitteln.
Bei der Anmeldung an einen Dienst per OpenID gibt man lediglich seine Kennung an. Der Dienst leitet einen an seinen OpenID-Provider weiter, bei dem (wenn noch nicht erfolgt) die eigentliche Anmeldung mittels Usernamen und Kennwort erfolgt. Nach erfolgreicher Anmeldung wird man zum ursprünglichen Dienst weitergeleitet und ist angemeldet.
2. Warum OpenID?
Ein Grund wäre manische Faulheit. Persönlich habe ich nur eine Handvoll unterschiedliche Passwörter, die ich mir merken kann/möchte. Zwar benutze ich auch Passwortmanager wie KeePass/KeePassX, in dem ich aber eher Passwörter von Kunden verwalte. Zum Bewegen in Foren und Portalen selber benutze ich fast immer dieselben Passwörter, die sich aber (das muss ich zu meiner Verteidigung noch anmerken) von Passwörtern für Mail, FTP und so weiter unterscheiden. Ich nehme jetzt einfach mal dreist an, dass dieses Verhaltensmuster auf 90 Prozent aller Webbenutzer passt.
Mit OpenID pflegt man nur eine Identität, dessen Daten man aber selektiv übertragen lassen kann. Man ist also quasi immer Herr seiner Daten. Desweiteren benötigt man nur noch das Passwort für seinen OpenID-Provider. Hier liegt meiner Meinung nach auch die größte Gefahr von OpenID, auf die ich aber in einem folgenden Artikel zu sprechen komme.
Ein Vorteil von OpenID als Verwalter seiner Identitäten ist, dass zwischen OpenID-Provider und dem Dienst, an dem man sich anmelden möchte, selber keine Passwortdaten ausgetauscht werden. Man meldet sich nur bei seinem OpenID-Provider an und dieser teilt dann dem anfragenden Diensten mit, ob ich authentifiziert bin oder nicht.
3. Wie bekomme ich eine OpenID?
OpenID-Provider gibt es mittlerweile mehr als genug. Yahoo bietet seit mehreren Wochen an, Accounts zusätzlich mit einer OpenID auszustatten, unterstützt aber nur die OpenID 2.0-Spezifikation. Bisher bieten aber nur wenige Seiten die Anmeldung mit der zweiten Version von OpenID an. Hier ist man also besser dran, sich an Anbieter wie myOpenID oder Verisign PIP zu halten. Eine etwas größere Liste findet man hier.