Keine Lust mehr auf Fieber


Manchmal versuche ich mich daran zu erinnern, wie ich mir früher Informationen aus dem World Wide Web beschafft habe. Ohne Feeds. Gefühlt ist es ein Jahrzehnt her, seitdem ich wiederkehrende Informationsquellen nicht mehr manuell nach neuen Datenhäppchen abklappere, sondern mir kompakt frisch auf den Tisch servieren (bzw. selber abholen) lasse.
Unter Mac OS X habe ich diverse RSS-Clients ausprobiert: angefangen mit Vienna und einem schnellen Umschwung auf den damals noch kostenlosen NetNewsWire, bin ich auf die selfhosting-Lösung Fever° gestoßen.

Fever° hat mich begeistert, weil ich die Weboberfläche selber hosten konnte und daher Herr meiner eigenen Daten war. Auch brauchte ich mir über das Synchronisieren von Lese- und Markierungsstati keinen Kopf machen. Auf meinen Desktops habe ich Fever° mittels Fluid eingebunden und auf iPhone und iPad wurde die Installation direkt in Safari aufgerufen. Auf dem iPhone bekommt Fever° durch ein spezielles Stylesheet ein angepasstes Layout, mit dem sich auch recht gut navigieren lässt.

Nur eines hat mir bei Fever° immer gefehlt: das Filtern von Feeds mit Schlagwörtern. Es ist zwar mit Fever° möglich, die vorhandenen Feeds zu durchsuchen, aber weder kann ich diese Suchen abspeichern, noch kann ich durch eine Filterung eine Vorselektion von lesenswerten Feeds erreichen. Fever° verfolgt lediglich in einer spezielle Ansicht, die Absicht, heiß begehrte Themen eine Gewichtung zuzugestehen. Das reicht mir aber nicht.

Von daher verwende ich seit heute Abend wieder NetNewsWire, das mir auf dem Desktop erlaubt, unzählige Filterlisten zu erstellen und auf iPhone und iPad kommt die Reeder-App (iPad-Version/iPhone-Version) zum Einsatz.

Feeds für lau

Feedreader gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Ob online oder als Anwendung. Bis jetzt habe ich unter Mac OS X Vienna verwendet um meine Feeds zu verwalten. Klein, Open Source und kostenlos.

Seit kurzem wird NetNewsWire (Mac OS X) bzw. FeedDemon (Windows), beide vom selben Hersteller (Newsgator), kostenlos zur Benutzung bereitgestellt. NetNewsWire sieht von der GUI Vienna sehr ähnlich (oder andersrum, wie man es halt nimmt), ist aber von meinem Empfinden, um Längen schneller, was das Abrufen der Feeds geht. Auch die Schnelligkeit im Aufrufen von Ordnern, in denen man die Feeds verwaltet, oder auch die Suche lässt Vienna ein wenig alt aussehen.

Newsgator bietet auch das Synchronisieren der Feeds über ihre Server an (bzw. einem .Mac-Account). Egal, ob man also an der Arbeit oder zu Hause ist: man hat immer den gleichen Stand seiner abonnierten Feeds. Das klappt somit auch wunderbar zwischen den Plattformen Mac OS X und Windows. Newsgator bietet auch eine spezielle Online-Variante für mobile Geräte an (z.B. iPhone/iPod touch).
Wer den Sync-Dienst benutzt, sollte nur den Haken bei "Include attention data when synching" entfernen. Was Newsgator mit diesen Daten anstellt und ob sie Daten über die abonnierten Feeds sammeln, war aus der Privacy police nicht zu entnehmen.

Wer es dann komplett online mag, aber eine Alternative zu Diensten wie Google Reader oder Netvibes sucht, kann sich mal Tiny Tiny RSS anschauen.
Tiny Tiny RSS ist ein auf PHP und MySQL/PostgreSQL basierender Online-Newsaggregator, ähnlich wie Google Reader. Open Source und mit einem Cronjob, zum automatischen Abrufen der Feeds, bietet die Webanwendung eigentlich alles, was die Großen auch bieten.