Warum ich spiele

An meine erste Begegnung mit Computern kann ich mich noch sehr gut erinnern: bei meinem Vater im Büro, es muss so 1986/87 gewesen sein. Damals fing es an, dass Steuerberater sich Computer angeschafft haben, um die Korrespondenz auf einem „Monitor“ zu schreiben. Ausgedruckt wurde das Ganze dann auf einer Olivetti-Schreibmaschine. Drucker gab es auch: Nadeldrucker mit Endlospapier. Wahlweise mit grünen Zeilen auf dem Papier. Eine Festplatte hatte das Ungetüm mit Grün-Monochromem Monitor noch nicht, die Software kam auf 5 1/4 Zoll Disketten und erst musste das MS-DOS als Betriebssystem geladen werden, bevor man im zweiten Laufwerk Word (ja, das gab es damals schon!) oder Spiele (!) laden konnte.

Von einem Freund meines Vaters erhielten wir ein paar Disketten mit Spielen darauf. Und ich bin bis heute gefangen. Wenn man unterwegs war, konnte man damals schon noch den ein anderen Arcade-Automaten entdecken. Ich habe sogar mal einem tischähnlichen Gerät entweder das Original-Pong oder einen Klon gespielt. Bis das Taschengeld alle war. Und jetzt standen mir mit dem 8086 oder 8088 meines Vaters unendliche Weiten offen.

Das erste Spiel, was ich bewußt gespielt habe, war Castle Adventure und für mich damals so schwer, dass ich eigentlich nicht weiß, warum ich es immer wieder spielen wollte. Die Sprachbarriere war auch sehr hoch, ich war gerade in der dritten Klasse und ich war darauf angewiesen, dass mein großer Bruder oder meine Eltern mir wenigstens im Vorbeigehen bei den Texten und Anweisungen halfen.

Auf den Disketten befanden sich noch ein Flipper (Night Mission Pinball) und eine U-Boot-Simulation, dessen Name mir nicht mehr einfällt. Spiele wie Summer Games und ähnliche kamen glaube ich erst später in unseren Besitz, als immer mehr Rechner angeschafft wurden (286er, CGA-/EGA-Grafik).

In der Zwischenzeit konnte ich meinen Eltern zum Geburtstag einen C64 mit Diskettenlaufwerk und 9-Nadel-Drucker abschwatzen. Am liebsten hätte ich damals einen Amiga 500 gehabt, der aber den Kostenrahmen gesprengt hätte, den meine Eltern bereit gewesen sind, für mein komisches Hobby auszugeben. Sie waren der Meinung, dass ich ohnehin mit dem Rechner nur spielen würde. Womit sie auch erstmal Recht hatten.

Ich glaub, ich mach aus dem Artikel eine Serie. Immer mal wieder ein Spiel, das meine Erfahrung, mein Spielerlebnis geprägt hat. Vielleicht sogar chronologisch. Ich bin ja jetzt in einem Alter, in dem man Dinge chronologisch oder alphabetisch sortiert.

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