Warum kein Beinbruch?

Braunüle

Wenn es einen Preis gibt, der das Anziehen von Pech und beschissenen Krankheiten auszeichnet, dann sollte ich den schleunigst verliehen bekommen. Da verläuft das Leben endlich wieder in halbwegs geraden Bahnen und ich habe mich mit den Folgen der Krebserkrankung und -therapie angefreundet. Habe mich auf der einen Seite auf das Ende der Staging-Zeit nach der Chemotherapie (man wird noch fünf Jahre lang überwacht) gefreut. Auf der anderen Seite ist damit aber auch verbunden, dass man entweder selber in die Tasche greift und wenigstens einmal im Jahr sein Blut auf die Tumormarker checken lässt oder damit Leben kann, diese Art der Kontrolle auch abzugeben.

Und dann, wie aus dem Nichts geschossen: ein fetter epileptischer Anfall. Zum Glück war ich gerade an der Arbeit und meine Mitarbeiter und Chefs haben vorbildlich reagiert, obwohl sie sowas auch noch nie erleben mussten. Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern, wie ich scheinbar noch versucht habe, um Hilfe zu schreien und mich dann selber auf den Boden habe gleiten lassen, auf dem ich dann krampfend lag. Ich kann mich erst wieder erinnern, als der Notarzt da war und selbst dann habe ich noch Erinnerungslücken.

Im Krankenhaus gab es dann (wahrscheinlich auch aufgrund meiner Vorgeschichte) das ganze Programm von EEG, CT und am nächsten Tag noch MRT, die alle zum Glück keine Schädigungen im Gehirn feststellen ließen. Keine beschissenen Tumore, die eventuell auf Teile meines Gehirns gedrückt und den Anfall ausgelöst haben. Das ist unglaublich viel Wert, da meine Prognose nach der Chemotherapie damals nicht die Beste war, wenn man nach den Statistiken geht.

Aber jetzt muss ich mich mit dem nächsten beschissenen Krankheitsbild rumschlagen. Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt ein einmaliger Anfall gewesen ist, den scheinbar ziemlich viele Menschen in ihrem Leben haben oder ob da irgendwann noch einmal wieder so ein Tag kommt, an dem ich einfach ohne Vorzeichen umfalle.
Für eine bestimmte Zeit ist mir abgeraten worden sehr viele Dinge alleine zu machen beziehungsweise ganz auf sie zu verzichten: Auto fahren darf ich sowieso erstmal nicht, Sport sollte ich auch erstmal zurückstellen (okay, damit habe ich weniger ein Problem, der Herbst steht sowieso vor der Tür) und eigentlich alle Dinge, bei denen ich einen längere Zeit „unbeaufsichtigt“ bin.

Ich könnte kotzen.

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