Deployment mit TYPO3 Surf

Vorsicht Bücher! Nicht werfen!

Den ganzen Tag entwickelt man tolle neue Features, die dann auf einem Testsystem abgenommen werden müssen oder das Licht der Welt auf dem Livesystem erblicken dürfen. Früher hat man dafür den FTP-Client angeschmissen, dann wurde es en vogue alles per SSH zu transferieren und irgendwann wurde alles so komplex, dass man noch Tests vorher ausführen oder das Autoloading von Klassen und Schnittstellen automatisieren wollte. Dadurch wurde dieser Prozess so aufgebläht und kompliziert, dass man gezwungen wurde, diesen auch von Software durchführen zu lassen, um ja nichts zu vergessen oder Fehler zu übersehen.
Neben Travis CI und Codeship gibt es noch für PHP Deployer, die einem auf die ein oder andere Art den Deployment-Prozess abnehmen.

Da TYPO3 das Beste System der Welt ist (höhöhö) gibt es hierfür noch aus den Zeiten von TYPO3 Flow das Deployment-Tool TYPO3 Surf, das unter der Obhut von Helmut Hummel (und ganz vielen anderen Entwicklern) gepflegt wird. TYPO3 Surf setzt darauf auf, dass ein Projekt auf Basis von git und composer erstellt wird und man noch die TYPO3 Console verwendet. Recht viele Anforderungen auf den ersten Blick. Aber wer setzt denn noch TYPO3-Installationen ohne composer auf?

Wie man composer und TYPO3 Surf installiert, wird bestens auf deren Seiten beschrieben und dann kann man sich von mir das Repository ziehen, in der alles vorhanden ist, um sich erstmal lokal eine Entwicklungsumgebung mit allen benötigten Dateien für ein Deployment mit TYPO3 Surf aufzubauen.
Das ganze Script ist noch nicht ganz fertig, es basiert leider darauf, dass eine Datenbank auf dem Livesystem mit den benötigten TYPO3-Tabellen existiert. Und die entsprechenden Konfigurationsdateien müssen auch erstmal in das eigene Repository. Von daher muss man leider noch folgende Schritte ausführen, bis man deployen kann:

  1. „composer install“ ausführen, um erstmal lokal die TYPO3-Installation anstoßen zu können.
  2. Dann führt man wie gewohnt die TYPO3-Installation aus, damit wir die Datenbank erhalten, die auf das Livesystem importiert wird.
  3. In der Datei web/typo3conf/LocalConfiguration.php werden die entsprechenden Parameter für das Live-System gemacht, für das Entwicklungssystem werden die Parameter in der Datei web/Configuration/Development.php gesetzt. Diese wird verwendet, wenn man den Application-Context von TYPO3 auf Development während der Entwicklung setzt.
  4. Die Datei .surf/typo3-surf-base-installation.php muss auch noch angepasst werden. Hier müssen Hostname, SSH-User, der Pfad zur PHP-Datei, der Deployment-Pfad und das git-Repository gesetzt werden. Letzteres ist das eigene Repository, in der zwar ein Klon meines Repositories sitzt. Aber mit allen jetzt gemachten Änderungen in den Konfigurationsdateien.
  5. Die Änderungen werden in den Master-Branch des Repositories gepushed.
  6. Im Terminal der Wahl wird im Hauptverzeichnis des Repositories der Befehl „surf deploy typo3-surf-base-installation“ ausgeführt. Sollte die Datei im Verzeichnis .surf umbenannt worden sein, den Befehl entsprechend anpassen.
  7. Staunen.

Zum Schluss muss nur noch der vHost-Eintrag des Livesystems auf den Ordner „releases/current/web“ unterhalb des Deployment-Pfades verweisen und schon hat man sein erstes „deploytes“ TYPO3-System. Viel Spaß.

In der kommenden Zeit werde ich mich noch damit auseinandersetzen, wie man die Datenbank auf dem Livesystem per Deployment und TYPO3 Console „frisch“ hält und was vor allem bei zukünftigen Deployments zu beachten ist.

Update: Jan Kiesewetter von t3easy hat auf dem letzten TYPO3Camp in Stuttgart einen Talk zu TYPO3 Surf gehalten. Die Slides kann man sich bei ihm anschauen.

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