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T3DD18 - Erster Tag

Etwas aufgeregt bin ich zu meinen ersten TYPO3 Developer Days gefahren. Auf der einen Seite, weil ich endlich mal meine Zertifizierung zum Integrator ablegen wollte, auf der anderen, um auch mal die Gesichter zu den ganzen Commits, Extensions und Twitter-Accounts kennenzulernen, die einen über die ganzen Jahre während des Tages begleiten.

Keynote

Christian Kerschbaum, Anwalt für IT-Recht, hält die Keynote über Data Protection, GDPR/DSGVO und ihre Auswirkungen und deren Anforderungen an die IT. Es war ein nettes Resümee der letzten Wochen, in denen bestimmt bei jedem der ein oder andere Kunde angerufen hat, um seine Website fit zu machen und das drohende Damoklesschwert abzuwenden, das einem medial immer wieder vor Augen geführt wurde.

Seine Ausführungen zur Verwendung von Google Analytics (setzen eigentlich so wenige Google Tag Manager ein?), dem Verwenden von Cloud Hosting, dem Einbinden von Social Networks wie Facebook bestätigen die Entscheidungen, die in letzter Zeit umgesetzt wurden. Auch das leidige Einbinden von Cookie Bannern sieht er genauso kritisch, denn ein einfaches Hinweisen auf Cookies ohne OptIn ist ja eigentlich auch sinnlos. Da reicht es, in den Datenschutzbestimmungen darauf hinzuweisen. Vor allem, weil in dem Moment des Hinweises in den meisten Fällen die Cookies schon gesetzt sind. Und wie speichert man eigentlich die Zustimmung oder Ablehnung von Cookies ab? In einem Cookie?

Dann ging es noch um die Kommunikation per unverschlüsselter E-Mail, was ja streng genommen auch nicht mehr zu verantworten ist. Denn in jeder E-Mail an und von Kunden sind sensible Daten zu Geschäftsvorgängen enthalten, die geschützt werden wollen. Aber wer schon einmal versucht hat, technisch nicht so versierten Gesprächspartnern das Konzept von Verschlüsselung (vor allem über PGP/GPG) beizubringen, weiß, wie große Augen und Kopfschütteln aussehen.

Weitere Themen waren die allgemeinen Dinge der DSGVO wie das Anlegen eines Verfahrensverzeichnisses (sollte jeder wenigstens in Kurzform bereithalten, auch wenn er aufgrund der Mitarbeiterzahl nicht darunterfällt) und die Frage, wie gut man denn eigentlich seine Kunden kennt. Wer kann aus der Hüfte Verantwortliche benennen, die überhaupt zeichnungs-/entscheidungsberechtigt sind oder wen man eigentlich im Notfall belangen kann?

Zum Schluss ging es dann noch um Dokumentation von Lizenzen/Nutzungsrechten von Bildern, die man vielleicht in Produkten/Webseiten seinen Kunden weiterverkauft hat. Sollte man auf jeden Fall besitzen, um im Fall einer Abmahnung des Kunden auf der sicheren Seite zu sein.

Frontend Prototype Integration

In der Session wurde gezeigt, wie man Twig als Template-Engine verwendet. Der Gedanke an dieser Art der Implementation war, dass die Frontend-Entwickler den Prototypen komplett unabhängig von TYPO3 entwickeln und man ohne weiteren Aufwand diese Templates dann in TYPO3 einbinden kann. Also ohne erneut diesen Code in irgendeiner Form anfassen zu müssen. 

Dafür wurden eigene Controller entwickelt, die sich komplett um die Datenaufbereitung kümmern und an die Twig-Templates dann nur noch ein Daten-Array schieben. In den Templates findet dann keine weitere Logik mehr statt, wie man sie zum Beispiel in der Integration von Fluid in TYPO3 findet. Zum Beispiel werden URLs direkt im Controller aufgelöst und nicht per ViewHelper wie in Fluid.

Interessante Herangehensweise jedenfalls, wenn man, wie in vielen großen Firmen üblich, strikt getrennte Frontend- und Backend-Entickler hat, wobei die erste Fraktion wirklich nur HTML/CSS/Javascript entwickelt. Meiner Meinung nach verschiebt sich hier aber nur der Aufwand und die Kommunikation nach vorne, da zwischen Back- und Frontend vorher noch klarer kommuniziert werden muss, welche Daten in welcher Form im View ankommen.
Von der Trennung zwischen Controller und View ist dies aber aber eigentlich zu begrüßen, weil streng genommen ja eigentlich keine Logik im View (außer Schleifen und Abfragen, ob Partials überhaupt abgefeuert werden sollen) vorhanden sein soll.

10 Tips for TYPO3 Upgrades

Sanjay Chauhan, CTO einer indischen TYPO3-Agentur, führte in zehn Punkten für Marketing, Entwickler und Integratoren Punkte auf, warum es wichtig ist, TYPO3-Installationen auf dem neuesten Stand zu halten, wie man vorgeht und welche Tools sie dafür so einsetzen. 

Im Marketing-Teil ging es vor allem um Argumente, Kunden die Vorteile (Sicherheit, Geschwindigkeit, neues Backend) schmackhaft zu machen. Für Integrator und Anwender gab es Einsichten, wie sie vorgehen, um die verwendeten Extensions, Core und Konfigurationen zu analysieren, um dann ein Upgrade-Konzept zu verfassen.

Mehr so grundsätzliches Wissen wurde vermittelt, was für den ein oder anderen bestimmt Neuland war, wenn man nicht täglich damit zu tun hat.