Doppelt aber nicht dreifach

Twitter mit 280 Zeichen

Twitter hat die maximale Zeichenanzahl von Tweets verdoppelt. Von 140 auf 280 Zeichen. Und alle drehen durch. Wenn ich ehrlich bin, hat es mich schon immer gestört, nur so wenig Zeichen zur Verfügung zu haben und musste auch schon mehrfach, Texte auf mehrere Tweets aufteilen. Und jetzt hat man halt 280 Zeichen zur Verfügung, was in meinen Augen jetzt kein großer Bruch mit dem Kern des Dienstes zu tun hat, sondern schlicht und einfach mit den verschiedenen Sprachen.

Klar haben chinesische oder japanische Nutzer jetzt noch viel mehr „Platz“ und können wahrscheinlich ganze Romane in einen Tweet packen. Aber deutschsprachige Tweets können ab sofort sorgfältiger ausformuliert werden und vielleicht wird damit nicht weiter eine Kunstsprache erzeugt, wie man es in den letzten Jahren beobachten konnte.

Was ich nur nicht ganz verstehe, ist, warum es Twitter nicht schafft, seinen Dienst zu professionalisieren. Und vielleicht ein Fremium-Modell einzuführen. Die API, die 3rd-Party-Clients verwenden müssen, ist beschnitten und erlaubt unter anderem nicht den Zugriff auf Votings und ähnlichem. Warum schafft es Twitter nicht, für einen gewissen Betrag, Usern die Möglichkeit zu bieten, die komplette API in ihren Clients zu verwenden. Gepaart mit der Möglichkeit zahlende User von nichtzahlenden Usern unterscheiden zu können. So könnte man auch diesen unsäglichen Spam-Bots ein wenig Einhalt gebieten. Man möchte ja nicht für 1000 erstellte Spambots fünf bis zehn Euro zahlen, wenn man dann auch noch schnell geblockt wird.

Twitter ist für mich das mittlerweile einzige Social Network, dass ich aktiv verwende. Facebook ist einfach unbrauchbar geworden, Instagram hat mich nicht gepackt, da das anfängliche Bildformat einfach zu grausam war und Accounts viel zu viel mit Hashtags um sich geworfen haben, um massig Follower zu generieren. Twitter ist momentan noch das einzige Netzwerk, in dem ich Herr über meinen Stream und Followern bin. Ohne mit Werbung zugebombt zu werden und ich das Gefühl habe, dass es eigentlich keinen Einfluss hat, was ich so zu sehen bekomme.

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