AusgeFLoCkt

Ich habe noch keine Nachricht der ganzen Browser neben Chrome gesehen, die Googles Cookie-“Ersatz” FLoC zum Tracken des Userverhaltens integrieren wollen. Aber nur um auch wirklich sicherzugehen, dass die eigene Website bei der ganzen Sache nicht mitmacht, sollte man per Permissions-Policy das ganze unterbinden. Da es zur Zeit nur den OptOut mittels des HTTP Response Headers gibt, muss man entweder direkt über die Serverkonfiguration, der htaccess-Datei oder dem Setzen der Header mittels TypoScript dem Ganzen einen Riegel vorschieben:

config {
    additionalHeaders {
		10.header = Permissions-Policy: interest-cohort=()
    }
}

Die Reihenfolge im additionalHeaders-Array natürlich bitte anpassen, ich gehe doch davon aus, dass da noch ein paar weitere Header wie Content-Security-Policy usw. gesetzt sind.

Home-Office FTW!

Ich war heute zum ersten Mal seit knapp über neun Monaten wieder einen Tag in der Firma zum Arbeiten. Weil ich mal raus musste. Andere Wände und Fenster beim Arbeiten sehen. Wie viele von den knapp hundert Angestellten auch anwesend waren, kann ich gar nicht sagen. Über den Tag verteilt habe ich nur fünf weitere Gesichter gesehen. Der Rest befindet sich seit Anfang März letzten Jahres komplett wie ich im Home-Office oder wie man wahrscheinlich besser sagen muss: arbeiten sie mobil. Rein rechtlich hat ja meines Wissens Home-Office eine Menge Auswirkungen nicht nur auf den Arbeitnehmer, sondern auch auf den Arbeitgeber. Aber das ist nicht-fundiertes Laienwissen.

Was ich aber nach diesem Tag für mich sagen kann: Arbeiten in einem Büro hat ausgedient. Klar mag das an mir liegen, dass ich zu Hause und auch in einem Büro die gleiche Arbeit leiste. Vielleicht sogar zu Hause etwas besser, weil ich meine Arbeitszeit auf den Tag verteilen kann, auch wenn ich das eigentlich so gut wie nie mache. Aus dem Grund, dass ich verhindern möchte, dass die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit zu sehr schwindet. Da möchte ich lieber von 8 - 16:30/17 Uhr mein Pensum abgerissen haben und wissen, dass der Rechner erst am nächsten Tag für die Arbeit ruft.

Aber was ich so gar nicht vermisse, ist die Pendelei zur Arbeit. Auch wenn ich mein Backlog an Podcasts mittlerweile nicht mehr abarbeiten kann, was ich sonst in der Bahn oder im Auto gemacht habe, aber diese Zeit von einer knappen Stunde am Tag ist echt mal so viel mehr wert. Das möchte ich eigentlich nicht mehr im ÖPNV oder auf der Straße verbringen. Selbst nicht mit dem Fahrrad, was ich ab und zu auch genutzt habe. Da fahre ich doch lieber am Abend bald wieder durch Wälder als in die stinkende Stadt.

Man sollte Arbeitgeber irgendwie dazu "zwingen" ihren Angestellten es zu ermöglichen, solange es ihre Arbeit zulässt und die Ergebnisse stimmen, den Ort ihrer Arbeit selbst zu wählen. Die Kosten an Miete und laufenden Kosten (Strom, Heizung, Wasser...) in die gewünschte Ausrüstung ihrer Leute zu stecken. Um den Zusammenhalt der Teams und die Bindung an das Unternehmen zu festigen reicht es meiner Meinung nach aus, wenn man sich vielleicht einmal die Woche oder alle zwei Wochen trifft, um an diesem Tag wichtige Meetings abzuhalten und zusammen zu arbeiten. Klar, da hängt auch mehr dran, als dass es nur mir als Arbeitnehmer besser geht. Allein wie Personalverantwortliche die Arbeit bewerten sollen oder wie der Arbeitgeber es schaffen muss, nicht beliebig austauschbar zu werden, sind große Aufgaben, die auf diese zukommen würden. Aber auch die "normalen" Arbeitnehmer müssen wahrscheinlich noch eine Menge ändern, um mit den anderen Gegebenheiten zurecht zu kommen.

Wie es weitergeht

Irgendwie geht ja immer alles weiter. Auch wird in naher oder ferner Zukunft diese Pandemie soweit im Griff sein, dass man wieder halbwegs normal mit anderen Menschen interagieren kann. Am meisten trauere ich Konzerten hinterher. Ich habe keine Vorstellung, wann man seine Ängste vor einer Ansteckung durch Viren oder der gefühlt immer stärker werdenden Misanthropie ablegen kann, um im Moshpit die schwitzigen Körper anderer Leute herumzuschubsen.

Nach einem Jahr Ausnahmezustand fange ich auch langsam an, müde zu werden. Müde von dem immer weiter anhaltenden "Lockdowns", den immer gleichen Nachrichten, dem Home-Office und -Schooling, aber vor allem dem Fehlen von jeglichen sozialen Kontakten. Man hat ja so viel Zeit auf einmal, aber auf der anderen Seite dann auch wieder nicht. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, wie man es früher mit den ganzen Terminen (Sport, Kinder, Freunde usw.) überhaupt geschafft hat, ein wenig Zeit am Tag zum Nichtstun zu haben. Oder man hat sich an diesen Zustand der sozialen Isolation schon so gewöhnt, dass man gar nicht merkt, wie man eigentlich so gut wie nichts tut. Oder gebacken bekommt.

2021-3

Tja, wie immer ist das mit den Vorhaben so eine Sache. Hat man (ich) sich entschlossen, genau diesen Weg zu verfolgen, kommen von links und rechts Lawinen angeschossen, um mich davon abzubringen. So rein metaphorisch gesprochen.

Fangen wir aber einfach mal wieder an, den hohen Berg der Links abzubauen:

Fliegen ist wirklich schöner

Angefangen hat meine Leidenschaft für Flugsimulatoren schon sehr, sehr früh. Das genaue Jahr kann ich gar nicht sagen, es muss aber so 1986/87 gewesen sein, als ich im Büro meines Vaters das erste mal den Flight Simulator von Microsoft in seiner ersten Version auf dem Bildschirm gesehen und mich gleich verliebt habe.

Schon damals habe ich jede freie Minute dort am Rechner verbracht, der eigentlich für die Erstellung von Steuererklärungen gedacht war und meiner dunklen Erinnerung nach sogar schon eine Modem-Verbindung zu DATEV hatte. Und neben uralten Spielen wie Gato, Night Mission Pinball und Castle Adventure gab es auch eine Diskette mit dem Flight Simulator drauf.

Ich hatte zwar vom Fliegen gar keine Ahnung, aber damals waren ja die Simulationen noch derart einfach gestrickt, dass ein kleiner Knirps wie ich es ohne Probleme geschafft hat, die Maschine in die Luft und auch wieder gelandet zu bekommen. Ich weiß nicht wie, aber durch irgendeinen Menüeintrag oder ein Tastaturkürzel konnte man den Simulator in einen WWI-Modus versetzen, und dann konnte man in einem relativ kleinen Terrain in einer Sopwitch Camel Dogfights gegen computergesteuerte Gegner fliegen, die von den entfernten Bergen in Wellen angeflogen kamen.

Den nächsten Kontakt hatte ich mit dem Flight Simulator 4, der schon viel umfangreicher war. Neben einem rudimentären Wettersystem, konnte man sogar auf Thermik-Feldern (die glaube ich wirklich als Felder auf dem Boden visualisiert waren) sich in einem Segelflugzeug in die Lüfte schrauben. Die Landungen auf einem Flugzeugträger im Meer vor San Francisco waren noch so ein Highlight, an das ich mich erinnern kann.

Mit dem FS95/98 und dann FS2000 wurde das Ganze dann bei mir “professioneller”. Mit einem Yoke und Ruderpedalen von CH Products wurde das Fluggefühl aufgebessert und über flightsim.com (die Website gibt es immer noch und sieht fast noch so aus wie damals!) wurden weitere Flugzeuge und Szenerien hinzu installiert. Auch die schönen AddOns von Aerosoft wurden gekauft, damit die deutschen Flughäfen noch besser aussahen. Das alles ist sogar so ausgeartet, dass ich mal ein paar Hardware-Artikel für das Magazin FlightXPress geschrieben habe und sogar Mitglied der virtuellen FLuglinie des Magazins war. Auf IVAO habe ich dann auch ein paar Flüge absolviert. Das ist ein Netzwerk, in dem auf der einen Seite Flugsimulator-Piloten ihre Maschinen durch die Lüfte steuern und auf der anderen Seite Leute ihr Hobby als Fluglotse nachgehen und den Piloten Anweisungen geben.

Mit Eintreten ins Berufsleben war dann immer weniger Zeit vorhanden und so habe ich jahrelang keine Simulatoren mehr angefasst. Es gab dann auch lange Zeit so richtig keine Innovationen mehr. Der Flight Simulator von Microsoft war auch nach dem Erscheinen der leidigen Version X eigentlich tot, als Alternative war nur noch XPlane auf meinem Schirm. Bis vor zwei (?) Jahren die ersten Bilder eines neuen Flight Simulators von Microsoft durch das Internet geisterten. Die aber schon damals so gut aussahen, dass ich erstmal an einen Fake dachte. Niemals sollte ein Flugsimulator so gut aussehen!

Am Beta-Programm durfte ich leider nicht teilnehmen und so viele News sickerten dann doch nicht durch. Aber nach der Veröffentlichung erschienen die ersten (echten) Videos und begeisterten mich sofort. Und auch wenn meine Freizeit selbst in Pandemie-Zeiten recht begrenzt ist, habe ich doch wieder Feuer gefangen. Ein neuer Joystick ist schon mal gekauft und ich glaube mit der Zeit kommen auch Yoke und Ruderpedale wieder ins Haus.

2021-2

In Zukunft möchte ich einmal die Woche die besten und nützlichsten Artikel/Websites in einer Liste zusammenfassen, um auf der einen Seite meine Liste an noch zu lesenden Artikeln in Pocket klein zu halten und vielleicht hilft es auf der anderen Seite dem ein oder anderen. Wenn jemand überhaupt mein Blog liest. Was ich nicht annehme.

Fangen wir also an:

  • Xdebug bzw. eigentlich die Sponsoring-Seite von Derick, dem Maintainer und Erfinder des besten Debug-Tools für PHP. Los! Unterstützen! Denn auch Entwickler wollen Geld verdienen.
  • TYPO3 Rector: eigentlich wollte ich meinen Urlaub über die Feiertage für ganz viel Lernen und Anschauen nutzen, nur kam wie es so nun mal so ist ganz anders. Wird aber für das nächste Refactoring/Migration verwendet und werde darüber bestimmt berichten
  • Laragon: ich bin ja strenger Verfechter von DDEV als Serverumgebung für die lokale Entwicklung für TYPO3. Laragon möchte scheinbar so etwas ähnliches sein. Leider auch noch nicht angeschaut, weil ich halt auch mit DDEV mehr als zufrieden bin
  • Ein schöner "Früher war alles besser (anders)"-Artikel über die OpenSource-Entwicklung: The Golden Age of Open Source is Over

Alles muss raus

Im letzten Jahr, das man nicht beim Namen nennen darf, hatte ich so viel vor und echt mal wenig davon geschafft. Irgendetwas mache ich nämlich falsch (oder anders) als alle anderen, die auch im HomeOffice waren und gefühlt dauernd Freizeit hatten oder wenigstens sowas von tiefenentspannt waren, dass ich im Spätsommer mit Meditation angefangen habe, um auf das gleiche Level zu kommen. Das mit der Meditation habe ich dann schnell wieder verworfen, das klappt bei mir einfach nicht. Da muss man scheinbar genauso wie bei Homöopathie dran glauben und dafür ist mein Gehirn einfach nicht gemacht.

Zum Bloggen bin ich dann nämlich auch nicht gekommen, wie ich mir das so vorgenommen hatte. Einfach mal Texte schreiben. Für mich. Und die ins Internet stellen. Warum auch immer. Weil man das im frühen Internet auch so gemacht hat. Wo das Internet noch nicht ganz so kaputt war wie heute.

Vielleicht werde ich sogar demnächst hier eine Blogroll veröffentlichen, denn es gibt sie immer noch! Die kleine Blogosphäre und auch die Tech-Blogger. Anfangen werde ich aber mit einer Auswahl von Artikeln und Websites, die ich im letzten Jahr in Pocket abgespeichert und mit Vergessen gestraft habe. Von den knapp 300 Einträgen habe ich diese mal hier gelassen, vielleicht findet der ein oder andere ja noch was, was ihn weiterbringt.

Webdesign

TYPO3

DevOps

PHP

Programmierung allgemein

Dämmerung

Dieses Jahr kann weg. Ich denke, da wird mir jeder zustimmen. Alles, was man sich so vorgenommen hat, war für die Tonne. Egal, ob das Dinge in der Familie waren, Urlaub, Weiterbildung oder auch im Job: alles wurde durch die Pandemie gestört oder sogar komplett zunichte gemacht.

Und wenn dann noch zwei Beerdigungen unter diesen Bedingungen stattfinden müssen, wird sogar dieser Teil des "Lebens" erschwert. Mal ganz davon abgesehen, dass es vielen Begleitern dadurch unmöglich gemacht wurde, sich zu verabschieden, wie man es bisher gewohnt war.

Mir ist klar, dass das trotz allem Meckern auf hohem Niveau ist. Ich nicht in einem Kriegsgebiet, in der dritten Welt oder in anderen, mir unvorstellbaren Umständen lebe. Sondern immer noch privilegiert so mit Haus über dem Kopf, genug Geld zum Leben im Luxus und mit den Möglichkeiten, die Umstellungen, die so eine Pandemie mit sich bringt, ganz gut abzufedern.

Von daher bin ich ganz dankbar, werde auch weiterhin diverse soziale Projekte wenigstens finanziell unterstützen und auch die Arbeit im Ehrenamt weiterführen.
Und hoffen, dass wir das zusammen im nächsten Jahr gewuppt bekommen, so dass es wieder möglich wird, sein soziales Umfeld zu genießen. Sich auszutauschen. Ohne Angst zu haben, dass man angesteckt wird oder andere anstecken könnte.

30 Jahre später

Vor nicht ganz 30 Jahren habe ich mir meinen ersten Game Boy gekauft. Es muss im Sommer 1991 gewesen sein, da war ich gerade zu einem Sprachkurs während der Sommerferien in England. Ich habe mein ganzes Taschengeld zusammengekratzt und voller Aufregung die Konsole und zwei Spiele gekauft: Dynablaster und Super Mario Land.

Ersteres war die europäische Version von Bomberman, das man sogar gegeneinander spielen konnte, zwei Module und den Mehrspieleradapter natürlich vorausgesetzt. Und Super Mario Land muss man ja eigentlich nicht erklären. Der Name spricht ja für sich.

Nur habe ich es nie geschafft, die gesamten zwölf Level durchzuspielen. Keine Ahnung warum. Bis gestern Abend. Mit dem allerletzten Leben. Ein Spiel weniger auf dem Pile of shame.

Surf mal anders

Update: Mit Erscheinen von TYPO3 10.4.8 hat sich das Problem erledigt, da hier die Dependencies angepasst wurden. Scheinbar gab es nicht nur mit Surf, sondern auch mit Solr und Abhängigkeiten zu PHP 7.2 Probleme. Ich werde trotzdem Surf nicht mehr per composer in das Projekt installieren, sondern global in den DDEV-Container.

Gestern wurde ein geplantes Maintenance-Release von TYPO3 veröffentlicht. Version 10.4.7. Vom besten Content Management System, das ich kenne. Und natürlich sollten gleich alle Projekte auf die neue Version gezogen werden. Was bisher ohne Probleme mit einem herzhaften 'composer update' auch ohne weitere Anstrengung möglich war. Nur gestern nicht.

composer weigerte sich partout die neue Version in die Projekte zu integrieren. Gut, kein Problem, gehen wir das Ganze mal systematisch an. Erstmal mittels

composer clear-cache && composer update

composer zwingen, alles zu vergessen, die ganzen Quellen abzugrasen und es erneut zu versuchen. Dies brachte aber auch kein neues TYPO3 auf die Festplatte.

Dann wollte ich mal schauen und mit der Frage

composer why-not typo3/cms-core:10.4.7

kristallisierte sich dann auch heraus, dass typo3/surf eine Dependency über symfony/console enthielt, die dann schlussendlich eine Dependency auf symfony/event-dispatcher-contracts hatte, die verhinderte auf eine Version größer 2.0 zu gehen. Was aber typo3/cms-core unbedingt voraussetzt. npm, ick hör dir trapsen!

Heute morgen dann nochmal versucht, selber eine Lösung zu finden, aber vielleicht sollte ich doch im gehobenen Alter über eine Umschulung nachdenken. Somit blieb nur noch Twitter übrig, mein Leid geklagt und Minuten später, kamen schon die beiden Retter @t3easy_de und @chriwode um die Ecke. 

Der erste Versuch, Surf lokal auf einem Windows laufen zu lassen, scheiterte kläglich. Ja, Windows. Möchte ich hier nicht drüber reden. Das Ganze scheitert daran, dass unter anderem Windows awk nicht kennt und selbst wenn man dieses nachinstalliert, werden einem weitere Fehler um die Ohren gehauen.

Um jetzt mal so langsam auf den Punkt zu kommen: bisher habe ich Projekte mittels DDEV aufgesetzt und per composer nicht nur TYPO3 und die verwendeten Extensions installiert, sondern auch Surf. Um dann zum Beispiel per Kommandozeile ein Projekt deployen zu können, wenn kein entsprechendes CI/CD-System zur Verfügung steht. Meine Lösung sieht jetzt so aus, dass Surf aus diesem composer.json rausgeflogen ist und global per DDEV Start-Hook installiert wird:

hooks:
  post-start:
  - exec: composer global require hirak/prestissimo
  - exec: composer global require typo3/surf:^2.0

So lässt sich TYPO3 10.4.7 installieren und ich kann per Surf das Projekt auf ein anderes System schieben.