Den Metal Hammer habe ich das letzte Mal vor bestimmt achtzehn Jahren in der Hand gehabt. Und seitdem Print tot ist, muss sich auch das größte Metal-Magazin in Deutschland nach Alternativen umschauen und hat unter anderem YouTube für sich entdeckt. Auf dem Kanal der Aachener Band Start A Revolution präsentiert Metal Hammer deren Tour im Jahr 2014 durch Russland in einer Video-Doku.

In dieser begleitet man die Band auf ihrem zweiwöchigen Trip und darf hautnah dabei sein, wie es in einem doch recht unbekannten Land ist, als Post-Hardcore-Kombo seine Musik zu präsentieren. Zur Zeit sind drei von neun Episoden veröffentlicht und so hat man einen schönen Einblick in den Start der Tour und darf die ersten Hindernisse begleiten. Das mit dem Essensautomaten im Hostel fand ich echt schlimm. Grausam.

Eins fehlt mir nur leider ganz schön in der Doku: die Musik. Seien es Mitschnitte der Konzerte, um die Stimmung aufzufangen, um die es schließlich geht oder auch einfach so in Überblendungen oder so. Schade, denn so tritt ein, beziehungsweise der Aspekt in den Hintergrund, um den es eigentlich geht: Mucke!

Start A Revolution feiert dieses Jahr zufälligerweise ihr zehnjähriges Bestehen und bringen dann auch noch irgendwann dieses Jahr ihr neues Album heraus. Ein Grund mehr zu Feiern und vielleicht für alle anderen, eine „neue“ Band zu entdecken.

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Böse Menschen hören keine Musik?

Dem Titel frei nach Johann Gottfried Seume („… böse Menschen haben keine Lieder.“) werfe ich mal in den Raum, was mich schon seit jeher beschäftigt: warum haben manche Menschen eigentlich keinen Musikgeschmack?
Also so wirklich gar keinen? Damit meine ich die vielen Leute, die ich kenne, die die großen Radiosender hören und wenn man sie nach ihren Lieblingsliedern fragt, die Antwort bekommt: „Was halt so gerade läuft und aktuell ist.“ Mit der Frage nach Künstlern, die sie irgendwie beeinflusst haben, können sie rein gar nichts anfangen.

Und da spielt es für mich keine Rolle, ob sie wie ich eher der gitarrenlastigen Musik etwas abgewinnen können oder auf volkstümlichen Schlager stehen. Wenn sie mir wenigstens erklären könnten, warum sie Helene Fischer oder ähnliches toll finden oder was Songs von Justin Bieber so unglaublich macht. Und so Leute kenne ich einige. Gottseidank sind sie eine Minderheit, aber verstehen kann ich sie nicht. Das liegt vielleicht, nein, sogar bestimmt an mir.
Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht bewusst Musik höre. Und das schon immer. Naja, jedenfalls seit ich so ungefähr 11/12 Jahre alt bin, vorher habe ich durch meine Eltern Musik mitgehört, mich aber nicht sonderlich damit identifiziert.

Damals fing es mit Toten Hosen, Ärzte, Bon Jovi, den Scorpions und so weiter an. Und ging mit zahlreichen anderen Bands und Musikrichtungen weiter. Und es hört nicht auf. In letzter Zeit sehe ich nur mit einem weinenden Auge, dass es für mich immer schwerer wird, neue Bands kennenzulernen. Früher stand ich nach der Schule stundenlang im CD-Laden meines Vertrauens, in dem man die CDs an Stationen vor dem Kauf anhören konnte. In Booklets widmeten die Künstler ganze Seiten ihren Vorbildern, Einflüssen und befreundeten Bands. Und auch Zeitschriften wie der Metal Hammer haben meinen Horizont an Musik erweitert. Aber vor allem waren es Freunde, die einem erzählten, dass sie sich die oder diese CD gekauft haben und das wäre der heißeste Scheiss seit dem das erste Mal jemand auf die Idee kam, bewusst Klänge zu produzieren.

Und heutzutage kauft man keine physikalischen Tonträger mehr. Weil es einem so einfach gemacht wird, iTunes oder was anderes anzuschmeissen, seine Kreditkarte zu hinterlegen und auf die ewig großen Musikkataloge der großen Majorlabels zuzugreifen. Seit neuestem werden Songs auch nur noch gestreamt, weil der Kauf des Albums noch zwei-drei Klicks mehr bedeuten würden. Booklets im PDF-Format gibt es auch nicht mehr, die Seiten in den jeweiligen Stores zu den Künstlern mit ihren Biographien wirken auch lieblos dahin geklatscht und vor allem Apple schafft es nicht, ihren „Ähnliche Künstler“-Bereich per Algorithmus mit mehr als sechs Künstlern anzureichern. Das sorgt dafür, dass man nach zwei Klicks auf ähnliche Bands fast die gleichen Listen präsentiert bekommt und dadurch kaum die Möglichkeit hat, neue und vor allem einem unbekannte Künstler kennenzulernen.

Am Anfang von Apple Music fand ich die Wiedergabelisten, die angeblich von einer Horde Musikjournalisten erstellt werden, super. Nach ein paar Wochen merkte ich aber, dass die Divergenz („Er hat ein Fremdwort verwendet!“) derselbigen ziemlich gering ist.

Was also nun? Musik wieder auf CD gepresst kaufen, gezwungen sein, sich wieder mit Encodieren zu beschäftigen? Wieder anfangen, Musikzeitschriften/-portale zu lesen? Seinen Freundeskreis austauschen, weil er sich auch künstlerisch nicht weiterentwickelt?

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Werden Journalisten eigentlich wirklich so schlecht bezahlt, wie es immer heißt? Ich erinnere mich, dass es in meiner Jugend in den Neunzigern auch schon ein Schreckgespenst war, für eine Zeitung zu arbeiten und mit einem Pfennig-Betrag für jede geschriebene Zeile abgespeist zu werden. Abgesehen davon, dass man an dieser Form der Bezahlung merkt, dass es scheinbar nur sekundär um den Inhalt geht und in erster Linie, dass das Geschriebene in das Raster passt, stellt sich mir gerade die Frage, ob Journalisten immer mehr vergessen, was ihr Werk verbessern würde: das in Zusammenhang stellen von Vorkommnissen in den großen Zusamenhang. Das Anfüttern von Informationen mit Hintergrundwissen.

Ich habe gerade auf Spiegel Online folgenden Artikel gelesen: Mehr als 450 Haftbefehle gegen rechte Straftäter nicht vollstreckt
Und bin jetzt bis auf die Information, dass es in den letzten Jahren immer mehr rechte Straftäter gibt, keinen Deut schlauer als vorher. Und mit dem Fakt, dass soundsoviele Haftbefehle nicht vollstreckt werden bringt mir gar nichts, weil ich gar nicht weiss, ob das jetzt wirklich so viel ist und wie die Zahl im Vergleich zum Beispiel mit linksextremen Straftaten steht. Oder anderen Straftaten in vergleichbaren Sektoren. 

Der Redakteur hat im letzten Abschnitt versucht, den Artikel noch mit Daten aus der Kriminalstatistik aufzuwerten, aber hat vergessen, die eigentliche Info mit einzubeziehen. Und das fällt mir immer mehr auf. Dass eine Pressemeldung aus dem Ticker vielleicht ein bisschen umgeschrieben wird, aber so schnell wie möglich auf das Onlineportal gestellt werden muss. Weil alle das so machen.

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Scheiss auf Vorsätze

So beschissen 2015 geendet hat, kann 2016 einfach nur besser werden. Von daher habe ich zwar ganz kurz darüber nachgedacht, mir mal ausnahmsweise Vorsätze vorzunehmen, von denen ich weiß, dass ihre durchschnittliche Lebensdauer in etwa drei Tage beträgt, um den Gedanken gleich wieder fallenzulassen.

Trotzdem nehme ich mir vor, mehr hier auf dem Blog zu machen, mich darüber zu freuen, mit meiner Familie in unser eigenes kleines Haus zu ziehen (sofern es zu keinen weiteren Komplikationen und Verzögerungen kommt), mich mehr zu entspannen bzw. erstmal zu lernen, was das überhaupt ist und vor allem eins: mehr Gitarre spielen!
Denn was ich mal wieder lernen durfte, ist, dass wir alle mal klein angefangen haben. In dem Sinne: ein frohes Neues!

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Läuft ein Wolf durch New York

Meine PS Vita habe ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt, da ich sowieso im Moment viel zu wenig Zeit zum Zocken habe. Dafür habe ich mir vorgenommen, jetzt jedes Spiel, dass ich anfange oder angefangen habe und das es schafft, mich zu fesseln, durchspielen werde. Egal, wie lange es dauert. Zur Zeit wären das Divinity Original Sin: Enhanced Edition auf der PS4 und seit Anfang der Woche The Wolf Among Us. Das man die Anfangsbuchstaben eines Titels durchgehend groß schreibt, kenne ich eigentlich nur aus den Anfängen von Napster und habe es damals auf die Unfähigkeit der Menschheit eine andere Sprache zu beherrschen geschoben. Bei The Wolf Among Us schreibt aber selbst der Entwickler/Publisher Telltale Games es so. Naja, egal…

The Wolf Among Us ist ein Adventure mit einer recht einfachen Spielmechanik, die aber durch einen kleinen Kniff zu fesseln weiß. Angeblich haben diverse Entscheidungen im Spiel Einfluß auf den weiteren Verlauf des selbigen. Ansonsten besucht man wie in jedem anderen Adventure auch Orte, redet mit Personen und füllt sein Inventar mit diversen Dingen, die einem vielleicht der Lösung des Spiels näher bringen. Die Grundgeschichte und das Setting basieren auf der Comic-Vorlage Fables. Das Ganze wurde dann auch im Comic-Stil liebevoll animiert (okay, auf der Vita ruckelt es an der ein oder anderen Stelle, was ich aber nicht sonderlich schlimm finde) und mit einer wundervollen Soundkulisse und Musik untermalt.

Ich bin zwar erst im letzten Abschnitt der ersten von fünf Episoden, aber durch den Kniff mit den Entscheidungen habe ich das Gefühl dann doch mehr zu spielen und nicht nur dämlich an jedem Ort jeden möglichen Hotspot zu untersuchen, zu interagieren und darauf hin den nächsten Ort zu besuchen. Ansonsten ist die eigentliche Spielmechanik aber leider nur das Durchklicken von Quicktime-Events. Was aber zur Unterhaltung und zum entspannenden Spiel am Abend gar nicht schlecht ist.

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Nutella tötet

Ich find ja reißerische Überschriften, die mit dem Resümee eines Artikels wenig zu tun haben, sollten verboten werden. Das war eigentlich das Einzige, was ich heute morgen beim Lesen des Artikels in der Online-Ausgabe des Münchner Merkur an Wissenswertem mitgenommen habe.

In dem Artikel ging es laut Überschrift darum, dass das ZDF angeblich aufgedeckt haben soll, wie gefährlich Nutella sein soll. Im Anreißer wurde dann noch einmal gesagt, dass die „Schokocreme großen Schaden im menschlichen Körper anrichten“ kann. Im Artikel selber wird dann die Zusammensetzung von Nutella analysiert und man kommt neben dem hohen Anteil von Zucker auf Palmöl zu sprechen, dass als billiges Fett verwendet wird. Das man Palmöl nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht, verwenden sollte, ist aber gar nichts Neues, sondern wird seit Jahren kommuniziert und sogar schon im Jahr 2009 vom Bundesinstitut für Risikobewertung in einer FAQ veröffentlicht.

Ich frage mich ja an der Stelle, warum der Redakteur nicht in der Lage war, auf die Sendung zu verlinken (sprich eine Quelle anzugeben) und den Artikel mit zehn Minuten Recherche auf die schon seit Jahren bekannten wissenschaftlichen Ergebnisse anzureichern?

Das verwendete Palmöl in Nutella spaltet sich also im Verdauungstrakt unter anderem zu Glycidol auf, das karzinogen ist. So weit, so schlecht. Denn Palmöl ist mit  Drittel des weltweiten Verbrauchs an Pflanzenölen das meist verwendeste. Es gibt aber auch Alternativen für fast alle Produkte, die Palmöl verwenden. Ob die jetzt im Fall von Nutella schmecken, kann ich nicht sagen. Ich bin seit meiner Kindheit auf diesen Geschmack geeicht und ich finde jegliche andere Schokocreme einfach nur ekelhaft.

Und natürlich könnte ich jetzt auch meine Krebserkrankung auf Palmöle in der Nahrung schieben. Es weiß aber keiner, was jetzt ein paar Zellen veranlasst hat, verrückt zu spielen und eine Invasion in meinem Körper auszulösen. Sich darüber im Nachhinein verrückt zu machen, lohnt nicht. Ich habe durch die Krankheit und vor allem die Chemotherapie eins gelernt: unser Leben ist zu kurz, um sich über alles Sorgen zu machen und sich über jeden Scheiss aufzuregen. Viel zu kurz.

Zur Zeit liegt der Freund einer Freundin in den USA im Krankenhaus und ringt mit dem Tod. Er wurde von einem Motorradfahrer an einer Ampel umgenietet, als er diese Abends mit einer Kollegin überquert hat. Sie ist noch an der Unfallstelle gestorben und sein Körper ist so kaputt, dass bis jetzt kein Arzt eine Prognose geben kann, ob er es schafft. Der Unfall war vor drei Wochen. Der Fahrer ist auch schwer verletzt, wird es aber schaffen. Auf ihn wartet aber schon der Sheriff und wahrscheinlich eine jahrelange Gefängnisstrafe. Nur weil er sich entweder aus Zeitmangel oder einfach aus Leichtsinn an den wartenden Autos vorbeigeschlängelt, im letzten Moment zu viel Gas gegeben und nicht aufgepasst hat. Drei Leben zerstört.

Worauf ich hinaus möchte: klar macht es Sinn, aufzupassen und Risiken zu minimieren. Aber man kann nicht alles wissen. Und ahnen. Und sollte sein Leben lieber genießen, als sich dauernd Sorgen zu machen. Das kann nämlich auch Krankheiten und sogar Krebs auslösen. Nachgewiesenermaßen.

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Mädchenwhiskytrinker

Letztes Jahr entdeckt und neben einem 18jährigen The Glenlivet mein neuer Lieblingswhisky: Glen Deveron aus der Brennerei Macduff.

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Partiell eingeschränkt

Mein erster epileptischer Anfall ist jetzt knapp drei Wochen her und seitdem bestimmt mal wieder eine neue Krankheit mein Leben. Gut, nicht sonderlich tragisch. Kenne ich eigentlich schon mein gesamtes Leben. Haben mich in meiner Kindheit und Jugend Allergien und Asthma in meinen Möglichkeiten beschränkt und vor einigen Jahren ein ziemlich bösartiger Hodenkrebs mit Metastase und schlechter Heilungsprognose, ist nun mit dem Verdacht auf Epilepsie die nächste Krankheit angerollt, die mir mein Leben schwer machen möchte.

Okay, es war mein erster und die Hoffnung ist noch da, dass ich zu dem Teil der Menschheit gehöre, der nur diesen einen Anfall hat und dann nie wieder einen. Aber sagen kann einem das natürlich keiner. Und das ist für mich jetzt das beschissene (sorry) daran. Da ich auch einen recht langen Anfall mit Bewusstlosigkeit hatte, mir dabei schön auf die Zunge gebissen habe und von dem ganzen Anfall überhaupt nichts mehr weiss, schränkt mich das ganz gut ein. Mir fehlen sogar ein paar Minuten vor dem Anfall und Anzeichen, dass es mir nicht so gut ging an dem Tag, gab es auch keine.

Von daher kann ich mich selber auf die Möglichkeit eines erneuten Anfalls gar nicht vorbereiten. Mein Umfeld ist soweit vorgewarnt, wie sie sich zu verhalten haben, falls ich mal wieder umfallen sollte. Aber mir selber fällt es noch schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass jederzeit ein Anfall durch irgendwas ausgelöst werden kann.

Schlimm ist auch, dass ich zur Zeit erstmal kein Autofahren darf. Verstehe ich ja auch und ich mach mir selber jetzt schon Gedanken, wie es ist, wieder mit dem Auto unterwegs zu sein. Mit dem Gedanken im Nacken, dass gleich ein Anfall kommen könnte und ich es nicht merke. Mit Kindern hinten drin. Mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn.

Eigentlich ist es unverantwortlich je wieder ein Auto zu steuern. Danke Körper.

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2015.272

Kickstarter des Tages:
BattleTech. Boah, was freue ich mich jetzt schon einen Ast auf das Spiel. Damals so mit 14/15 Jahren habe ich stundenlang den Kopierer meines Vaters in Beschlag genommen, um MechWarrior-Blätter zu kopieren, um dann mit meinen Kumpels die großen Hex-Feld-Karten auf dem Boden zu Planeten zusammenzusetzen. Meine Zinn-Mechs habe ich niemals angemalt, dafür waren meine künstlerischen Fähigkeiten einfach nicht gut genug. Hach, damals…

Tweet des Tages:


Wo wir gerade bei Nostalgie sind…

Video des Tages:

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Vor dem Untergang

Ich habe mir heute Nacht vorgenommen, um 4 Uhr aufzustehen. Zu hoffen, dass das Wetter so klar bleibt, wie es jetzt ist und der Mond noch nicht so weit unten steht, dass ich einen Blick auf ihn werfen kann. Nur weil es auf ihm heute Nacht ein bisschen schattiger als sonst ist…

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Artikel des Tages:
Den Text „Von der Schöhnheit, gemeinsam mit seiner Lieblingsband älter zu werden“ kann ich so hundertprozentig unterschreiben. Nirvana hat leider zu kurz gelebt, Metallica und Red Hot Chili Peppers sich nie sonderlich weiterentwickelt. Faith no more schaffen es aber immer wieder auf einem Album zehn musikalisch verschiedene Songs unterzubringen, mit denen man sich monatelang beschäftigen kann und die nach Jahren immer noch zünden.

Tweet des Tages:

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Und sie fallen immer noch

Vor knapp einem Vierteljahrhundert musste ich fast jeden Sonntag in die Kirche gehen, um brav aufzuschreiben, welche Lieder gesungen wurden und eine Kurzzusammenfassung der Predigt schreiben. Alles, nur um am Tag der Konfirmation genug Geld für eine anständige Stereoanlage zusammen zu bekommen.

In meiner Konfirmandengruppe hatte mein alter Schulfreund Manuel damals als einziger einen Amiga 500. Ich konnte meinen Eltern nur einen C64 abschwatzen, auf denen natürlich allerlei Klassiker gezockt wurden und sogar das ein oder andere Listing abgetippt wurde. Zusätzlich hatte ich noch Zugriff auf die PCs im Büro meines Vaters. Aber auf dem Amiga gab es ein Spiel, das mich komplett in den Bann zog: Lemmings.

Alter Schwede: nicht nur die Steuerung mit der Maus, die Musik, die Grafik, vor allem die Spielmechanik war Schuld daran, dass wir stundenlang vor dem Monitor saßen, um irgendwie dieses verflixte Level zu lösen. Oder einfach nur mal aus Frust hundert Lemmings per Atombombenexplosion gleichzeitig in die Luft zu sprengen. Neben Monkey Island und Wing Commander (auf dem EGA-PC) gab es, glaube ich, zu der Zeit kein anderes Spiel, das mich dermaßen fesselte.

Vor kurzem habe ich mir die Version für die PlayStation Vita installiert, das auch die Original-Level beinhaltet. Es bedarf zwar ein paar Level Zeit, um sich an die anders geartete Steuerung zu gewöhnen (gesteuert wird mit dem digitalen Fadenkreuz und den Analogsticks) und ich weiß jetzt schon, dass die schwierigeren Level damit wahrscheinlich nicht zu lösen sind. Aber selbst die ersten 45 Level haben jetzt schon genauso viel Spaß gemacht wie damals. Mit dreizehn.

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