Ein Freitags-Rant

Darth Vader

Ich weiß ja gar nicht, ob es an mir liegt, dass ich mittlerweile ein Alter erreicht habe, in dem man sich Neuem von vornherein grundsätzlich verschließt und den alten Zeiten hinterher weint. Oder ob ich nicht vielleicht doch Recht habe. Aber irgendwas läuft doch gerade schief, oder?

Da geistert seit Tagen eine Web-Plattform durch die Twitter-Filterblasen, auf der man sich „anonym“ von anderen Nachrichten zuschicken lassen kann. Mal abgesehen davon, dass der Innovationsfaktor ziemlich gering ist, es schon tausend Versionen solch einer Plattform gab, der Durchschnittsuser sich nicht anonym im Netz bewegt und von daher der Sinn dieser Plattform unterbunden ist, gebe ich dem Ganzen zwei Wochen, bis die Polizei bei dem Privatmensch anklopft, um die Verbindungsdaten von beleidigenden Kommentaren zu bekommen. Man könnte also jetzt schon eine Kickstarter-Seite aufsetzen, um dem armen Entwickler die Gerichtskosten zu bezahlen, weil er als Diensteanbieter in die Pflicht genommen wird.
War halt ne nette Programmieraufgabe, mit der man ein einfaches Datenmodell und dessen Skalierbarkeit austesten kann. Von der Seite aus: gut gemacht.

Wo wir gerade beim Programmieren sind: warum finden eigentlich alle Devs IRC in Form von Slack toll? Vor allem als Supportkanal? Warum kein einfaches, schlankes Forum mit einer guten Suchfunktion? So von wegen Erhalt der Informationen für die Nachwelt und der Vermeidung von immer wieder auftretenden Fragen/Problemen? Ich nehme einfach mal an, dass es sich hierbei um einen aufkeimenden Generationenkonflikt handelt und die begeisterten Slack-User damals (TM) nicht in den Genuss von IRC gekommen sind. Und selbst damals gab es schon Bots, um Events in die Kanäle zu pushen.

Steht es schon so schlimm um mich? Bin ich verloren, weil ich kurz davor bin, auf einem Kissen abgestützt, den digitalen Blockwart zu geben? Bitte nicht. Vielleicht habe ich heute auch nur schlechte Laune.

Kein Spielchen für zwischendurch

Ingress in Kassels Innenstadt

Als ich vor nun knapp zwei Monaten Ingress installiert habe, um den Frust über Pokémon Go zu überwinden, habe ich nicht gedacht, dass es mich so lange fesseln würde. Mittlerweile habe ich zwei Millionen Aktionspunkte, sehne mich Level 9 entgegen und habe aber nicht das Gefühl, dass es mir in nächster Zeit langweilig wird. Ab Level 8 verändert sich das Spiel ein wenig und wird noch taktischer, was aber auch in Arbeit ausarten kann, weil man dann in der Lage ist zum Beispiel ganze Areale zu gewinnen.

Die wichtigsten Dinge, die ich den letzten Leveln gelernt habe:

  • wenn man beim Feuern länger auf den Button drückt, kann man den Angriff um bis zu zwanzig Prozent verstärken
  • gleiches gilt für das Aufladen von Resonatoren. Einfach mal länger Drücken, um alle gleichzeitig aufzuladen. Gibt dann zwar auch nur 10 AP, aber das ist ja auch Peanuts 
  • Capsules sind dann doch notwendig, um immer genug Schlüssel (mehrfach) von den Portalen zum Verlinken zu besitzen
  • es gibt einfach zu wenig Portale mit Level 3 und 4. Entweder haben sie nur einen Resonator oder sind voll bestückt.

Zwar werden die Abstände zu den Leveln jetzt immer größer, aber das empfinde ich mehr als Ansporn denn als Hürde. Ganz viele Ecken des Spiels habe ich noch gar nicht großartig gesehen oder genutzt. Zum Beispiel habe ich erst zwei Missionen gelöst, bei denen man X Portale in einer Gegend hacken oder aufleveln/übernehmen muss. So eine Art digitale Schnitzeljagd.

Das Spiel ist ja eine Auskopplung von Google-Mitarbeitern und von daher ist es nicht verwunderlich, dass Google+ und Hangouts eine gewisse Integration in die Community von Spielern gefunden haben. Daher habe ich mein Google+-Profil reaktiviert und die nächsten Tage werde ich mal schauen, ob man hierüber noch paar mehr Informationen über Aktionen generieren kann. Oder sich sogar mit anderen Ingress-Spielern verbinden kann. Spieler aus Kassel und Umgebung anwesend?

Der wirklich beste Weg, TYPO3-Projekte zu verwalten

MacBook und PhpStorm

Anfang des Sommers hatte ich in einem Artikel meinen ungefähren Aufbau erklärt, wie ich komplexe TYPO3-Projekte, also komplette Installationen von einer oder mehreren Websites verwalte, an denen mehrere Entwickler gleichzeitig arbeiten. Gleichzeitig habe ich im Sommer diesen Aufbau auf den auf seine Funktionsweise überprüft und geschaut, was man verbessern kann. Und so langsam habe ich mein Setting verfeinert, dass ich zufriedener als vorher bin.

Meinen Aufbau, dass ich Extensions per Symlink unterhalb von typo3conf/ext einklinke, die außerhalb des eigentlichen Document-Roots liegen. Das hat sich schon immer als fehlerhaft erwiesen, da TYPO3 nicht wirklich den Symlinks folgt, was darin ausartet, dass Controller nicht geladen werden. Da die meisten selber entwickelten Extensions sowieso kunden- bzw. projektbezogen sind und selten in mehreren Projekten gleichzeitig verwendet werden, werden diese Erweiterungen jetzt direkt per git unterhalb von typo3conf/ext geklont, das Verzeichnis aber aus dem Gesamtprojekt per gitignore ausgeklammert. Die eigentliche TYPO3-Installation wird weiterhin von composer verwaltet, mit dem die üblichen „normalen“ Extensions aus dem TER gezogen werden.

Auf einem Testsystem, das grundlegend in gleicher Weise aufgebaut ist wie das Livesystem werden per composer dann nicht nur die TER-Extensions, sondern auch die selber entwickelten Extensions eingebunden. Das geht wunderbar von der Hand und ermöglicht auch die Kontrolle über den Quellcode auf dem Testsystem, da kein Entwickler mehr direkt Code auf dem Testsystem ändern kann bzw. es beim nächsten Update auffällt. Und es dann auf die Finger gibt.

Im nächsten Schritt werden sich jetzt noch Automatic deployment auf Datei- und vor allem Datenbankebene vorgeknöpft, um noch einen Rattenschwanz abzuschlagen, um dem man sich immer kümmern muss. Zeit, die einem zum Entwickeln fehlt und Vorgänge, die immer fehlerbehaftet sein können.

Not an early adopter

PlayStation 4 Controller

Ich habe gerade meine Vorbestellung der PlayStation VR storniert. Weil mich einfach kein Spiel bisher überzeugt hat, um mich dazu zu verleiten, eine Menge Geld für zugegebenermaßen eine Spielerei auszugeben, die ich seit Mitte der Neunziger besitzen möchte.
Nur hat mich bisher kein einziges Spiel, das mit der VR angekündigt ist, vom Hocker gerissen. Klar, wird das ein Erlebnis sein, mit solch einer Brille immersiv in die Spielwelt abzutauchen. Aber ich glaube, ich werde mir die Brille doch mal vor dem Kauf anschauen und Probe tragen. Und die ersten Spiele abwarten, die mich wirklich vom Hocker reißen werden.

Was Pokémon Go mit mir angerichtet hat

Pokémon - Blaue Edition

Eins vorweg: wir haben uns wahrscheinlich Ende der 80er Jahre die Augen sowas von kaputt gemacht! Das ist mir jedenfalls gestern Abend bewußt geworden, als ich eine Stunde die blaue Edition von Pokémon auf einem Game Boy Color gespielt habe. Es war ein Krampf sondergleichen, die fehlende Hintergrundbeleuchtung auszugleichen. Ständig musste ich den Winkel des Game Boys verändern, um das Umgebungslicht, was ich mittlerweile auf Stadion-Flutlicht-Modus umgestellt hatte, einzufangen, um alles auf dem kleinen Monitor zu sehen.
Vom Kontrast fange ich jetzt erst gar nicht an zu reden…

Ansonsten war es ein Erlebnis, dass mich mittlerweile fragen lässt, warum ich nicht damals schon Pokémon gespielt habe. Warum ich verächtlich meine kleinen Geschwister ausgelacht habe, die dauernd irgendwelche neuen Editionen zum Geburtstag oder Weihnachten geschenkt bekommen wollten. Okay, Ende der Neunziger spielte man nun wirklich kein Game Boy mehr, da war die Zeit von Nintendos zweitbester Konsole (das SNES ist in meinen Augen immer noch die Beste) schon lange abgelaufen.

Und jetzt sitze ich hier. Mit einem Game Boy Color und der blauen (und gelben) Edition des ersten Pokémon-Spiels, das es nach Europa damals geschafft hat. Dank Pokémon Go, das ich aber gar nicht mehr spiele, weil es einfach nur noch langweilig war. Levele mein Glumanda fleißig hoch, bemerke mittlerweile, dass es das falsche Pokémon ist, um den ersten Arena-Trainer zu besiegen und werde erstmal den Weg zu Professor Eich zurückgehen und dabei die anderen schon gefangenen Pokémons aufleveln. Und mich vielleicht erstmal im Internet informieren, was gegen Stein am besten wirkt. Obwohl: nein, das mache ich doch nicht. Internet gab es damals auch nicht und das wäre ja fast so schlimm wie cheaten.

Geospielchen

Ingress

Der Hype ist tot! Es lebe… tjoah, irgendwie dann doch nicht so viel. Niantic hat es irgendwie nicht geschafft, diese riesengroße Masse an Gelegenheitsspielern, die durch romantisch verklärte Erinnerungen an ihre Kindheit das Spielen am Smartphone exzessiv betrieben haben, zu halten. Mich hat das Sammeln und Jagen von Pokémons nach Erreichen von Level 20 nur noch gelangweilt und zwei Level später dürfen meine Kinder mit meinem Account die Nachbarschaft unsicher machen.

Dafür habe ich meinen uralten Ingress-Account reaktiviert, den ich vor Jahren mal im Urlaub aus Langeweile an einem Regentag angelegt habe. Damals war ich leider in der Pampa von West-Dänemark gefangen. Keine Portale weit und breit und zu Hause habe ich das Spiel dann nicht mehr gestartet. Mittlerweile sage ich: leider. Denn Ingress holt aus der Idee viel mehr heraus und ich frage mich, warum Niantic, die ja auch Ingress betreiben, nicht die wichtigen Funktionen zur Spielerbindung in das Pokémon-Spiel übernommen haben.

Warum gibt es nicht die Möglichkeit, sich wenigstens die Spieler-Profile von anderen anzuschauen? Das sie den Chat nicht implementiert haben, kann ich nachvollziehen. Ich möchte auch nicht für das Mobbing und Verhalten geradestehen, was sich höchstwahrscheinlich entwickelt hätte. Bei Ingress laufen halt nur noch Nerds herum oder Leute, die das Spiel wirklich leben. Aber wenigstens den Kampf um die Arenen hätte man doch viel interessanter gestalten können. Viel spannender und lohnenswerter. Bei Pokémon ist es ziemlich einfach so eine Arena zu übernehmen, die dann zehn Minuten später wieder von anderen übernommen wird. Man hat gar keine Möglichkeit so eine Arena abzusichern oder ähnliches.

Ingress macht in der Hinsicht das Spiel viel interessanter. Auch wenn eigentlich nicht viel mehr dahintersteckt, als herumzulaufen, Portale abzugrasen, mit zwei, drei verschiedenen Waffen und Power-Ups feindliche Portale einzunehmen oder wenigstens zu schwächen, damit andere diese dann einnehmen können.
Hinzu kommen aber Mechaniken, die das ganze interessant und verfolgungswert machen: es können Verbindungen zwischen Portalen geschaffen werden, die mich als Spieler dazu „nötigen“ auch Portale anderer User, die das gleiche Team (gibt nur zwei und nicht drei wie bei Pokémon) haben, zu pflegen. Wieder mit Energie zu versorgen, Resonatoren und Mods zu setzen, um das Portal abzusichern.

Niantic hat jedenfalls mit Ingress ein solides Spiel, dessen Technik funktioniert, hat es aber meiner Meinung verpasst, in Pokémon Go ähnliche Mechaniken zu integrieren, die über das Sammeln von Pokémons hinausgeht. Es fehlt einfach, dass man in Pokémon Go eigentlich nur nebeneinander her spielt, aber nicht miteinander gegen andere.
Es fehlt der Wettbewerb, der mehr ist als die Frage, wieviele Pokémons man denn gefangen hat.

Sisters. Not brothers.

Giana Sisters

Ich habe in den nächsten Wochen zwei Ziele, die ich unbedingt erreichen möchte: Super Mario Land auf dem Game Boy und Giana Sisters auf dem C64(-Emulator) durchspielen. Letzteres habe ich damals schon auf dem Brotkasten mehrfach durchgespielt, das vermeintlich eigentliche Original aber nie geschafft.

Super Mario Land hatte ich auch erst viel später, weil ich meinen ersten Game Boy meiner Erinnerung nach erst 1992 beim Schüleraustausch in England gekauft habe. Die beiden Spiele ähneln sich nicht nur vom Gameplay, sondern auch vom Levelaufbau, wobei die Levels in Giana Sisters viel kürzer sind. Dafür sind es aber auch 32 und nicht nur 12.

Mein C64 ist nicht nur auf dem Dachboden wahrscheinlich schon einige Tode gestorben, noch wüßte ich, wie ich den an die modernen Fernseher anschließen könnte, von daher blieb mir nur übrig, ein ROM-File und einen Emulator zu besorgen, um das Jump ’n’ Run mit Hilfe der Tastatur zu steuern. Was echt einen Unterschied zu einem Competition Pro darstellt. Es gibt doch fast nichts Besseres als das Klicken der Mikroschalter und der kurze Weg zwischen selbigen. Ich muss mir mal die USB-Variante des besten Joysticks der Welt besorgen.

Es geht aber sogar auf der bescheidenen Tastatur eines MacBooks, so dass ich schon beim zweiten Mal in Level 12 kam ohne ein Leben zu verlieren. Ich konnte mich auch verdammt gut erinnern, wie jedes Level bis dahin aufgebaut war, wann man wie abspringen musste. Nur wo alle Leveljumps waren, habe ich scheinbar nicht abgespeichert. Bei uns war es auch damals verpönt selbige zu benutzen. Man musste alle Level hintereinander weg schaffen.

Das langweiligste Spiel für immer

No Man´s Sky

Ich habe ja von Anfang an den Hype um No Man´s Sky nicht verfolgt. Nach einem der ersten Trailer-Videos habe ich keine News zum Spiel verfolgt bis kurz vor Release die Ankündigung kam, dass vermutlich sogar eine Version für PlayStation VR folgen wird. So ganz geheuer war mir das ganze Projekt sowieso von den Versprechungen nicht. Die eierlegende Wollmilchsau konnte das gar nicht sein.

Und dann kam der Release immer näher, ich schaute mir noch ein paar Screenshots an und war angetan, endlich mal wieder ein wenig im Weltraum rumfliegen zu können. Frei. Hier ein paar Ressourcen abgreifen, dort verkaufen und auf dem Weg vielleicht sogar ein wenig kämpfen. Elite Dangerous für die PlayStation halt. Was ich viel lieber spielen würde, aber dafür müsste ich mir extra einen Rechner anschaffen, was den Rahmen sprengen würde. Vor allem habe ich gar keine Lust mehr, mich mit den unendlichen Möglichkeiten von Grafikkarte, Mainboard und OS-Tweakereien rumzuschlagen. Ich möchte ein Spiel starten und spielen.

Also: No Man´s Sky vorbestellt und gewartet. Am ersten Abend gestartet. Vor den Kopf gestoßen gefühlt. Das soll alles sein? Ein Spiel, das mich als Spieler einfach ohne großartige Begründung auf einem Planeten neben meinem Raumschiff ablädt. In den ersten Spielzügen wird einem die Grundmechanik erklärt, wie man Ressourcen „erntet“ und diese mittels Crafting in andere Dinge umwandeln bzw. sich zu Nutze machen kann. Ooooookay. Das kann nicht alles sein.

Die Kugel am ersten Ort deutet dann auch an, dass es mehr sein könnte. Das Ziel ist also scheinbar die Mitte des Universums zu finden. Warum mich als Spieler das aber anspornen soll, wird einem nicht sonderlich vermittelt. Ist also vielleicht doch eher so ein Minecraft-Only-Spiel. Kann ja auch Spaß machen, wenn man das Erkunden und Entdecken als Spielinhalt ansieht. Aber selbst das wurde schlecht umgesetzt. Wenn ich neue Planeten erkunden soll: warum gibt es zur Hölle eigentlich keine Kartenfunktion? In der Marker gesetzt werden, wo ich schon war. Wo etwas gefunden wurde. Wo ich Marker setzen kann, weil ich dort Ressourcen gelagert habe, die ich aufgrund des geringen Inventars (was ich eigentlich gut finde, dass das nicht unendlich, sondern ziemlich knapp bemessen ist) nicht mehr mitnehmen konnte? Ich fliege in einem Raumschiff und habe keine Karte? WTF?

Das die Planeten sich alle ziemlich ähneln ist geschenkt. Das Spiel basiert darauf, dass es alle Dinge prozedual generiert und das Set, aus dem geschöpft werden kann, ist halt beschränkt. Trotzdem ist es ziemlich langweilig, wenn schon auf dem dritten Planeten die gleichen Basen, die gleichen Landestellen usw. zu finden sind. Warum gibt es keine großen Städte, die man ja auch hätte generieren können?

Ich bin noch ziemlich am Anfang des Spiels und habe vielleicht so sechs Stunden gespielt. Aber ein Spiel, was mich in der Zeit nicht abholt, mich in den Bann ziehen kann, damit ich es weiterspiele, sondern nur mit purer Langeweile und repetitiver Spielmechanik nervt, hat es nicht weiter verdient, geladen zu werden.
Ich denke mal, dass ich dem Spiel noch einen Reifeprozess (in Form von Patches) gewähren werde und es vielleicht in den dunklen Wintermonaten nochmal antesten werde. Bis dahin…